Freitag, 5. Juni 2026

Marco Corelli: Isarwalzer (Rezension)

Während der prachtvollen Hochzeitsfeier im Englischen Garten verschwindet die Braut spurlos vor dem Hochzeitswalzer – kurz darauf wird sie tot aufgefunden. Hauptkommissar Tino Haffner, bereits als Gast vor Ort, ermittelt unter den prominenten Hochzeitsgästen. An Verdächtigen mangelt es nicht, denn nicht alle Anwesenden waren dem Brautpaar, einem Mitarbeiter der Bayerischen Staatskanzlei und einer erfolgreichen Unternehmerin, wohlgesonnen. Der Fall spitzt sich zu, als der einzige Zeuge stirbt, bevor er aussagen kann, und die geladene Ministerpräsidentin sich einmischt, weil sie glaubt, der Mörder hätte es auf sie abgesehen …
ISARWALZER ist Tino Haffners zweiter Fall, aber der erste, den ich gelesen habe. Aber es wirkte auf mich nicht so, als würde mir etwas fehlen. ISARWALZER ist ein ruhiger Krimi, irgendwie passend für München und bayrische Gemütlichkeit (manchmal ist es schön sich in Vorurteilen suhlen zu können). Sympathische Charaktere mit Ecken und Kanten, interessante Ermittler (deutsch/polnisch funktioniert nicht nur in Grenz-Polizeirufen) und eine durchaus spannende Handlung, bei der die Frage des Motivs den Leser eher bei der Stange hält, als die Suche nach dem Mörder. Auf jeden Fall besser als vieles, was man Sonntag-Abend auf der ARD zu sehen bekommt... und während des Sommerlochs kann man sich ja auch mit Tino Haffner befassen. Manchmal ein bisschen Cosy, manchmal ein bisschen hart, aber nicht so, dass zarte Seelchen erschaudern würden. Tatsächlich ein gut geschriebener Krimi mit viel Lokalkolorit (in Stadtbild und Dialekt). Für Münchner und Nicht-Münchner. Ein Krimi, der bodenständig bleibt, keine großen Verbrechersyndikate aufweist oder Weltverschwörungen. Ein kleines Flämmchen, das durchaus überzeugen kann und man sich fragt, ob es noch mehr geben wird.

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Zum Autor:
Marco Corelli ist in Tirschenreuth aufgewachsen. Er lebt und arbeitet in München und Umgebung, wo er Websites betreut und Konzertprogramme erstellt. Eine gute Möglichkeit den Autor als Musiker zu erleben gibt es beim Münchner Behördenorchester (mir war nicht bewusst, dass ich den Autor zumindest vom Sehen her kannte, als ich das Buch als Rezensionsexemplar anfragte, das kam erst mit dem Lesen der Vita und entsprechenden Bildern). 
München ist halt auch nur ein Dorf.

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