Montag, 6. April 2026

Roland Zingerle: Die Rotkäppchenmisere (Hörbuch)(Rezension)

Ein bayerisches Dorf im Märchenfieber – In oberbayrischen Fackenreuth ist scheinbar alles wie immer – bis Lucia Montagmorgen die Zeitung austrägt und plötzlich ein junges Mädchen vor ihr steht. Spärlich bekleidet und mit einer roten Kappe sucht sie ihre Großmutter. Die Verwunderung ist Dorfpolizist Xaver ins Gesicht geschrieben, als sich das Mädchen als Rotkäppchen vorstellt. Wie gibt es denn so etwas? Dann überschlagen sich die Ereignisse im Dorf. Am Keilerberg wird die Leiche von Basti gefunden. Dann tauchen auch noch Blogger, auf der Jagd nach einer Sensation, im Dorf auf. Und schließlich gibt es auch noch einen neuen Escortservice, geleitet ausgerechnet von Xavers Ex-Freundin Bettina, die kürzlich noch vom religiösen Wahn befallen war. Wie im Märchen tauchen immer neue rätselhafte Gestalten auf und stellen die Ermittlungen auf den Kopf. In was für eine Misere ist Fackenreuth da nur hineingeraten?
Teil drei der skurrilen, aber (vielleicht auch deshalb) höchst unterhaltsamen Krimireihe. Nichts darf man ernst nehmen, allzu bildlich sollte man sich vieles nicht vorstellen (diesmal gibt es eine Verfolgungsjagd die ... nun, so etwas bekommt man eher nicht geboten, aber zu Fackenreuth passt es irgendwie ...) und die Handlung... Ja, man könnte sie als dämlich bezeichnen, unglaubwürdig und total an den Haaren herbeigezogen. Und vermutlich würde das auch stimmen, aber ich spreche hier von Fackenreuth. Und da ist vieles möglich. Und wenn ein Rotkäppchen seine Großmutter sucht oder zwei angesehene Bewohnerinnen des kleinen Dorfes einen Begleitservice für Herren ins Leben rufen, dann mag man vielleicht den Kopf schütteln und ungläubig vor sich hin starren, aber in Fackenreuth passt das alles zusammen. Und trotz des ganzen Schwachsinns den man präsentiert bekommt, wird es sowohl emotional wie auch spannend und so schräg es klingen mag, es passt alles zusammen.
Wer sich also nicht daran stört, dass hier alles zusammenkommt was irgendwie nicht zusammen passt und dann doch zusammenpasst (Märchen, nordische Mythen, Influencer und ein typisches bayerisches Dorf, wobei man das vielleicht mit Vorsicht zu genießen hat, ich hoffe zumindest dass es ein Dorf in Fackenreuth nicht geben wird).
Man muss die beiden Vorgänger nicht kennen, ich habe den Eindruck, dass man alle Bände auch unabhängig voneinander genießen kann, aber ich wüsste keinen Grund warum man nicht die Reihenfolge einhalten sollte. Und ich sehe auch keinen Grund warum man das Hörbuch ignorieren sollte ... Michael A. Grimm scheint wirklich Spaß am Interpretieren der Geschichte, des Dorfes und seiner Bewohner zu haben. Wer es skurril mag wird hier bestens bedient. Hier bekommt man fast alles, nur blutig wird es nicht.

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