Donnerstag, 15. Mai 2025

Nils Westerboer: Lyneham (Rezension)

Henry Meadows wird zwölf, als die Erde stirbt. Mit seinem Vater und seinen Geschwistern reist er nach Perm, einem urzeitlichen Mond in einem fernen Sonnensystem. Henrys Mutter ist mit einem anderen Raumschiff geflogen. Sie wird von der Familie sehnsüchtig erwartet. Doch plötzlich mehren sich die Zeichen: Sie ist schon hier gewesen, vor langer Zeit. Und sie hat eine Warnung hinterlassen.
Mit Hightech trotzt die erste und einzige Kolonie der Menschheit der Natur des Mondes Perm, die faszinierend und bedrohlich zugleich ist. Hier gibt es Berge, die in den Weltraum ragen, zwei Arten von Nächten und eine gefährliche, unsichtbare Tierwelt. Als Henry ankommt, ist die neue Heimat noch nicht "fertig": Die Atmosphäre ist giftig und enthält zu wenig Sauerstoff, ohne Schutz ist ein Aufenthalt im Freien tödlich. Irgendetwas hat das Terraforming Perms verhindert. Henrys Mutter Mildred kennt den Grund. Die Wissenschaftlerin hat sich entschieden, nicht mit ihren Kindern zu fliegen, sondern einen neuen Antrieb abzuwarten, mit dem sie ihre Familie um Jahrtausende überholt. Sie will für die bestmögliche aller Welten sorgen. Dazu legt sie sich mit dem mächtigen Leiter des Unternehmens an, der ein anderes Ziel verfolgt. Ein Kampf entbrennt, der über das Leben von Henry und seiner Familie entscheiden wird – viele tausend Jahre später.
Mit LYNEHAM ist Nils Westerboer eine interessante Zukunftsvision gelungen. Der Klappentext macht neugierig, aber meine Erfahrung zeigt, dass man einem Klappentext nicht trauen kann. Aber ich falle immer wieder darauf hinein. LYNEHAM ist sehr wissenschaftlich, auch wenn vieles aus der Sicht eines Jugendlichen erzählt wird. Als Leser war ich ein bisschen überfordert, da half auch das Glossar nicht. Die Geschichte selbst entwickelte sich auch nicht so wie ich es erwartet hätte. Sie ging mir nicht nahe, so sehr ich mich bemüht habe. Manchmal gibt es Geschichten, die will man mögen (und hier war es die erwartete Beschreibung eines fremden Planeten) , aber es will nicht gelingen. 
Die Umgebung Perms wurde sehr wenig beschrieben, eine genaue Vorstellung des Planeten bekam ich nicht und oft war ich mir nicht sicher wo sich die Charaktere gerade befanden. Diese bleiben auch sehr oberflächlich. Sehr spät scheinen sie Charakterzüge zu entwickeln, die für den Verlauf der Geschichte keine Bedeutung haben und auch sehr willkürlich wirken. Da waren einige Nebencharaktere interessanter gestaltet, Frau Strom und Ronny, und das waren nicht einmal Menschen. 
Und das Ende? Das wirkt dann doch etwas zu konstruiert. Ich hatte das Gefühl, der Autor muss seine Geschichte noch zu irgendeinem Ende führen.
Schade, meine Erwartungen wurden nicht erfüllt. Das Worldbuilding war eher mittelmäßig, die technischen/wissenschaftlichen Erklärungen zu viel, die Protagonisten langweilig und die Handlung ... konnte mein Interesse nicht erwecken.
Hätte ich gewusst, dass ich bereits ein Buch von Nils Westerboer gelesen habe (Athos 2643), hätte ich vielleicht die Finger davon gelassen, aber ich konnte mich nicht mehr daran erinnern. Das sagt ja schonmal einiges aus, und ich hoffe, dass zumindest jetzt der Name des Autoren hängen bleibt und ich es mir beim nächsten Buch gut überlege ob ich es lesen will. Denn ... vielleicht bietet LYNEHAM dem HardcoreSF-Fan genau das, was er lesen will und ich einfach nicht dazu gehöre... 

Interessant fand ich aber das "MAKING OF", auch wenn es nur als Fotoalbum vorliegt ... 

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