Mittwoch, 1. April 2026

Ellen Barksdale: Tee? Kaffee? Mord! - Mord hinter den Kulissen (Hörbuch)(Rezension)

Endlich ist es so weit: Die Dreharbeiten für Martins Film beginnen, und er schlüpft überzeugend in seine Rolle als Vampir. Doch dann wird eine Schauspielerin ermordet aufgefunden - und die Mordwaffe ist ausgerechnet Martins Vampirgebiss!
Nathalie und Louise sind überzeugt, dass jemand ihrem guten Freund diesen Mord in die Schuhe schieben will. Doch warum? Die beiden beginnen nachzuforschen, und die Leidenschaften und Intrigen, die sie aufdecken, lassen selbst den dramatischsten Film blass aussehen. Und es bleibt nicht bei dem einen Opfer ...

MORD HINTER DEN KULISSEN, Teil 35 von Tee? Kaffee? Mord! Es ist erstaunlich, dass der Autorin immer noch etwas Neues einfällt und sie ihre Idee dann auch noch humorvoll verpacken kann. Es ist immer wieder schön, diese Cosy Krimis zu lesen, fast wie ein Heimkommen. Das Earlsraven-Ensemble ist so herrlich bei seinem Zusammenhalt und die Fälle sind durchaus unterhaltsam. MORD HINTER DEN KULISSEN ist jedoch, trotz all dem Vergnügen, nicht ganz so perfekt wie man es sich wünschen würde, bzw. wie man es kennt. Schauspieler wuselten schon einmal durch die Umgebung von Earlsraven und auch wenn es Unterschiede gibt. In LETZTER VORHANG FÜR MR GOODFELLOW waren es Theaterschauspieler, jetzt geht es um den Film. Aber skurrile Gestalten tummeln sich auf beiden Bühnen. Natürlich ist das Filmgeschäft ein anderes und so gibt es genug Unterschiede. Witzig auch die Anspielung (ob beabsichtigt oder nicht) auf THE PRODUCERS/FRÜHLING FÜR HITLER, in der es um eine ähnliche Thematik Geht (was Martins Film anbelangt). Also... eigentlich ist alles wie immer, und natürlich ist Sprecherin Vera Teltz wunderbar, aber ... das Ende ... ich würde spoilern, aber man kennt es schon. Das fand ich ein bisschen schade. Wenn bei der Auflösung oder der Täterüberführung keine neue Ideen mehr kommen ... dann ist auch das ganze unterhaltsame Rumgeplänkel am Ende nur halb so schön. Aber ich hoffe, dass das ein Ausrutscher war und nicht das Ende der Serie eingeleitet wird ... was den Unterhaltungsfaktor anbelangt.

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Dienstag, 31. März 2026

Marisha Pessl: Darkly (Hörbuch)(Rezension)

Wofür würdest du töten? Diese Frage muss die siebzehnjährige Dia beantworten, um einen begehrten Praktikumsplatz bei der Louisiana Veda Foundation in London zu gewinnen. Dia ist seit Jahren besessen von der legendären Veda, deren ebenso geniale wie furchteinflößende Darkly-Spiele Kultstatus erreicht haben. Die wenigen Werke, die nach Vedas mysteriösem Tod erhalten blieben, werden für mehrere Millionen Dollar gehandelt. Unter Tausenden Bewerbern aus aller Welt werden Dia und sechs andere Jugendliche als Praktikanten ausgewählt. Doch gleich nach der Ankunft in London werden sie auf eine abgelegene Insel gebracht – das Herzstück von Vedas Spiele-Imperium. Dort finden sie sich in einem Darkly-Spiel auf Leben und Tod wieder. Wer führt die Fäden in diesem Netz? Dia weiß nicht, wem sie noch trauen kann.
Ein Labyrinth voller verborgener Hinweise, ein dunkles Vermächtnis und ein Geheimnis in Dias Vergangenheit

Montag, 30. März 2026

Jan Jekal: Paranoia in Hollywood (Rezension)

Santa Monica, Pacific Palisades oder Beverly Hills – das sind die klingenden Namen des kalifornischen Idylls, in dem sie Zuflucht gefunden haben: Filmemacher und Schauspieler, Schriftsteller und Intellektuelle, die in den 1930er- und 1940er-Jahren vor den Nazis aus Europa fliehen mussten. Sie bilden eine Solidargemeinschaft der Exilierten: Bertolt Brecht, Helene Weigel und Hanns Eisler, Billy Wilder und Vicki Baum, Fritz Lang und William Wyler, Thomas und Heinrich Mann. Wer in Berlin, Wien oder Prag einen Namen hatte, folgte dem Ruf der boomenden Filmindustrie Hollywoods. Doch dieses romantische »Weimar am Pazifik« ist nicht die ganze Geschichte: Noch während sie im beginnenden Krieg ihren mal militärischen, mal moralischen Beitrag aufseiten der Allierten leisten, werden die Geflüchteten zu Verdächtigen. Eben noch als noble Nazi-Gegner gefeiert, wird jetzt ihr Müll vom FBI durchsucht – der »red scare« und der McCarthyismus machen aus Freigeistern und Linksliberalen feindliche »Kommunisten«. Das Land, das Zuflucht war, wandelt sich zum Ort der Repression und Verfolgung

Dienstag, 24. März 2026

Anthony Ryan: Flut aus Schwarzem Stahl (Rezension)

Das Land Ascarlia ist ein sagenumwobenes Reich, das seit Jahrhunderten von den Schwesterköniginnen regiert wird. Niemand hat je gewagt, ihre Herrschaft in Frage zu stellen. Bis jetzt. Gerüchte berichten von Langschiffen mit tätowierten Kriegern, die unter den Bannern eines mörderischen Kultes segeln, der lange für ausgestorben gehalten wurde. Eine Flut aus schwarzem Stahl, die alles zu verschlingen droht ...
Thera Schwarzspeer, die bevorzugte Dienerin der Schwesternköniginnen, wird beauftragt, die Wahrheit hinter den Gerüchten aufzudecken. Während sie gen Norden segelt, begibt sich ihr verhasster Bruder Felnir auf seine eigene Reise. Er hofft, die Gunst der Königinnen auf Kosten seiner Schwester zu sichern. Beide Geschwister – gemeinsam mit einer brillanten jungen Schreiberin und einem Gefangenen mit einer erschreckenden, urtümlichen Macht – werden eine Rolle im heraufziehenden Sturm spielen. Zwischen dem Zwist der Geschwister und den unerbittlichen Machtkämpfen am Hof der Königinnen hat die Zeit des Zorns begonnen ...

Montag, 23. März 2026

Lilly Labord: Abalys (Rezension)

Auf einer Wanderung in Irland verschwindet einer der Reisenden plötzlich im Nebel und taucht auch nach Tagen nicht wieder auf. Inspector Emily Brennan wird beauftragt, den verlorengegangenen Touristen wiederzufinden. Während ihrer Recherchen stellt sie fest, dass schon einmal etwas ganz Ähnliches vorgefallen ist - vierzig Jahre zuvor.br> Aber wie kann es sein, dass der Verschwundene denselben Namen trägt, wie derjenige, der damals für sieben lange Tage nirgendwo aufzufinden war? Emily macht sich auf die Suche und nimmt dabei im Morgennebel einen Weg über das Moor, an dessen Existenz sie sich gar nicht erinnern kann. Und dann ist sie selbst verschwunden.
ABALYS ist ... ein Hotel in Brest, Frankreich. Steht so im Buch, und ich habe nachgeschaut. Erstaunlich, dass man sonst nichts findet. Aber irgendwie witzig, nur ... das Hotel spielt (abgesehen von einer kurzen Erwähnung) gar keine Rolle. Schauplatz von Lilly Labords kurzem Roman ist Irland. Und Abalys kein Hotel sondern ein Wesen aus der Sagenwelt (man kann es auf dem Cover sehen). Lilly Labords flüssiger Schreibstil entführt den Leser sofort in eine mystische Welt und auch wenn man denkt, das eine oder andere schon einmal irgendwo gelesen zu haben (Feenkreise sind keine Seltenheit in der Fantasyliteratur). Trotzdem behält die Geschichte eine gewisse Eigenständigkeit und wechselt ein bisschen zwischen Grusel und Cuteness, gewürzt mit einer Prise Humor. Über Spannung kann man sich nicht beklagen. Bedingt durch die Kürze bleibt die Anzahl der Charaktere überschaubar und, wenn ihre Rollen eher klein sind, ein bisschen oberflächlich (oder soll ich sagen: nebulös?).
Freunde von mystischen Geschichten werden durchaus auf ihre Kosten kommen. Lilly Labord weiß zu unterhalten, aber ABALYS ist alles andere als eine Kindergeschichte, auch wenn das Cover darauf hinweisen mag. Und so sehr mir die Geschichte gefallen hat ... hätte ich mir doch gewünscht, dass sie etwas länger gewesen wäre, denn ... es passiert sehr viel auf relativ wenig Seiten. Kein Nachteil, aber man glaubt, eine längere (oder eine andere) Geschichte im Hintergrund gären zu hören. 

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