Freitag, 23. Januar 2026

Jørn Lier Horst: CLUE 1. Schiffbruch vor der Felseninsel (Rezension)

Das Salamander-Tattoo
Die 11-jährige Cecilia lebt in der Pension „Perle“, einem von ihrem Vater geführten Hotel in einem kleinen norwegischen Küstenort. Als Cecilia und ihre Freunde Leo und Une und Unes Hund Egon am Strand einen toten Mann mit einem geheimnisvollen Salamandertattoo auf dem Arm finden, geraten sie in ein Detektivabenteuer voller Nervenkitzel und Gefahr. In ihren Ermittlungen stoßen die vier auf ein unglaubliches Verbrechen, in das einige dubiose Hotelgäste verwickelt zu sein scheinen, und in dem es um ein Schiffswrack und sehr viel Geld geht … Und dann ist da noch der plötzliche Tod von Cecilias Mutter im vorigen Sommer. War es wirklich ein Unfall, oder steckt mehr dahinter?

Jørn Lier Horst war mir bisher nur von den Wisting-Romanen bekannt. Und weil ich neugierig war und Wisting mag habe ich auch den ersten Band seiner Kinderkrimiserie gelesen. Das Buch ist in Norwegen bereits 2012 erschienen, bis 2019 folgten noch zwölf weitere.
Trotz leicht verständlichem Stil bietet Horst einen wirklich spannenden Krimi mit überraschenden Wendungen. Ein bisschen wurde ich an die Bücher von Enid Blyton (5 Freunde, die Abenteuerreihe) erinnert, aber ein Ausflug in die eigene Kindheit und Erinnerungen an die Bücher von damals schadet ja nicht. SCHIFFBRUCH VOR DER FELSENINSEL ist kurzweilige, spannende Unterhaltung mit sympathischen Protagonisten und einem interessanten Umfeld (Norwegens Küste). Leo, seine neuen Freundinnen und Egon, der Hund ... eine Leiche zu beginn und eine Menge (aber doch irgendwie überschaubar) Verdächtiger. Die Kinder betätigen sich als Detektive (mit leicht krimineller Ader) und geraten auch in gefährliche Situationen. Durchaus kindgerecht, aber nichts für schwache Nerven. ABER trotzdem: Empfehlenswert für alle jungen Krimifreunde.
Natürlich werden auch andere Themen angesprochen, immerhin ist es ein Kinderbruch, das zum einen unterhalten will, aber nie langweilen und auch ein bisschen Mut machten will. Und so geht es auch um Verlust und den Umgang damit und dem Entstehen von Freundschaft und der fast schon bedingungslose Zusammenhalt. Manchmal auch für Erwachsene erfrischend ein Kinderbuch zu lesen ...

SCHIFFBRUCH VOR DER FELSENINSEL bei amazon (AffiliateLink)

Donnerstag, 22. Januar 2026

Sebastian Thiel: Sylt-Legende (Rezension)

Nachdem Kinder eine Schatulle mit dem Siegel der untergegangenen Stadt Rungholt fanden, wird Sylt von mysteriösen Vorfällen heimgesucht. Eine Frau im roten Rock geistert im Wattenmeer umher, alte Wracks tauchen wie aus dem Nichts aus den Fluten auf. Die Vorkommnisse gleichen einer alten Legende, welche die letzten Tage der Insel Strand beschreibt. Wird sich die Nordsee auch Sylt einverleiben? Oberkommissarin Lene Cornelsen ahnt, dass ein Sturm über ihre geliebte Insel hereinbrechen wird. Steht Sylt vor einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes?
Der zweite Fall der Sylter Kommissarin Lene Cornelsen...
Sebastian Thiel spielt hier mit den Legenden um Sylt, Rungholt und der Insel Strand. Dabei muss man mit den entsprechenden Begebenheiten nicht vertraut sein, die Mythen werden perfekt in Szene gesetzt und erklärt. Geheimnisvolle Schätze, ein Unwetter mit Vorzeichen, die auf den Untergang Sylts hinweisen, eine Frau in Rotem Kleid, Glockengeläut... Thiel erschafft eine mytstische Stimmung und beschwört mit einfachen Mitteln eine Atmosphäre des Untergangs. Die Protagonisten sind glaubwürdig (zumindest für den Leser, aber dieser hat einen anderen Blick auf die Dinge als beispielsweise Lenes roboterartiger Vorgesetzter). Manchmal ist die Geschichte etwas vorhersehbar, manchmal wird man etwas im Dunklen gelassen, aber wenn es spannend werden soll, dann ... wird es wirklich spannend. Ich bin kein großer Freund von Küstenkrimis, die wenigen die ich gelesen habe waren meiste her wenig überzeugend. Aber Lene Cornelsen hat es mir angetan. Ein spannender abwechslungsreicher Krimi, der mit den Sylter Legenden und den Vorstellungen/Erwartungen des Lesers spielt. Und das auf wirklich unterhaltsame Weise.
Was meiner Meinung aber gerne kürzer gehalten hätte werden können, waren die Rückblicke in das Jahr 1634 (dem Jahr der Burchardiflut). Das entschleunigte die Geschichte sehr und war für mich der langweiligste Teil ... weglassen oder kürzer wäre mehr gewesen. Aber es soll ja Leute geben, die solche Rückblicke mögen. Wenn sie gelungen sind stören sie mich nicht, hier habe ich wenig Mehrgewinn gesehen. Abgesehen davon: Ein gut geschriebener, sehr unterhaltsamer und spannender Küstenkrimi.

SYLT-LEGENDE bei amazon (Rezension)

Google, ChatGPT, Vergleichbares oder Terra X: Atlantis der Nordsee, ZDF-Dokumentation 2010 von Gabriele Wengler, Sandra Papadopoulos informieren über Sylt, Rungholt ....

Mittwoch, 21. Januar 2026

Owen Rees: Eine unerzählte Geschichte der Antike (Rezension)

Nicht alle Wege führen nach Rom.
Die erste Geschichte der gesamten Antike, jenseits von Herrschaftszentren erzählt.
Die Antike, das ist für uns die Akropolis in Athen und das Kolosseum in Rom. Doch die spannendste Geschichte spielte sich fernab der kulturellen Machtzentren ab: an den Rändern der bekannten Welt, wo Identitäten aufeinanderprallten und kulturelle Kreuzungspunkte entstanden. Wie sah der Alltag dort aus? Owen Rees nimmt uns mit nach Volubilis, eine Berbersiedlung in Marokko, nach Co Loa im Tal des Roten Flusses in Vietnam und zu den Grabstätten im Rift Valley in Kenia. 13 Orte lassen uns die faszinierende Vielfalt des Altertums entdecken – und erzählen seine Geschichte komplett neu.

Owen Rees ist außerordentlicher Dozent für Alte Geschichte an der Manchester Metropolitan University. Zu seinen akademischen Büchern gehören Great Battles of the Classical Greek World (Pen & Sword, 2016); Great Naval Battles of the Ancient Greek World (Pen & Sword, 2018); und Military departures, homecomings, and death in Classical Athens: Hoplite Transitions (Bloomsbury Academic, 2022). Seine akademische Arbeit umfasst u. a. Themen der griechischen und römischen Welt, Antike Militärgeschichte sowie die Erforschung von Kulturen an den Rändern der klassischen Zivilisationen. Er schreibt sowohl wissenschaftliche Publikationen als auch populärwissenschaftliche Beiträge.

Dienstag, 20. Januar 2026

Wolfgang Hofer: Olaf ermittelt - Der Kanzlerkrimi (Rezension)

Was passiert, wenn der Bundeskanzler beim Gassigehen über eine Leiche stolpert? Und warum gibt es noch drei weitere spektakuläre Morde? Hängen die Fälle überhaupt zusammen? Olaf beginnt zu ermitteln und nutzt jede freie Minute zwischen Regierungserklärungen, Fototerminen, Debatten bei der EU in Brüssel und Telefonaten mit Joe Biden.
Hochkarätige Helfer unterstützen ihn dabei. Ehefrau Britta, Karl Lauterbach, eine Kellnerin mit österreichischem Migrationshintergrund, ein schlitzohriger Kleinganove, eine taffe Obdachlose. Zwischendurch muss er auch noch die Kids von Annalena Baerbock hüten. Robert Habeck nervt, Macron auch, und der Geschirrspüler gibt den Geist auf. Aber Olaf wäre nicht der Scholz, wenn er das nicht alles packen würde. Mit anderen Worten: Es brennt die Luft, wenn Olaf ermittelt!
 

Montag, 19. Januar 2026

Tom Hillenbrand: Verhängnisvoller Champagner (Rezension)

Ein aufsehenerregender Mord in einer Kellerei – und Ermittlungen, die die dunklen Geheimnisse der Champagnerindustrie enthüllen.
Seine Lehre hat der Luxemburger Koch Xavier Kieffer einst in der Champagne absolviert. Als er dort einen alten Freund besucht, der inzwischen ein Champagnerhaus leitet, wird er Zeuge eines schrecklichen Unfalls. Oder war es Mord?
Kieffer beginnt zu ermitteln und muss feststellen, dass sich hinter den luxuriösen Fassaden der großen Champagnerhäuser allerlei Geheimnisse verbergen – und dass nicht alles, was perlt und moussiert, auch tatsächlich den Namen Champagner verdient.
Während seiner Recherchen in Paris, Reims und Luxemburg lernt der Koch, dass manchen jedes Mittel Recht ist, um im globalen Milliardengeschäft mit Schaumwein mitzumischen.