Montag, 5. Januar 2026

C. S. Harris: Der Teufel von Bethan Green (Rezension)

Als der gutaussehende, aber sittenlose, junge Lord Ashworth brutal ermordet aufgefunden wird, liegt es nahe, dass Bow Street Magistrat Sir Henry Lovejoy den adligen Detektiv Sebastian St. Cyr, Viscount Devlin hinzuzieht, um bei der Suche nach dem Mörder zu helfen. Nur sieben Monate zuvor hatte Sebastian Ashworth verdächtigt, bei der Entführung und Ermordung einer Reihe schutzloser Straßenkinder geholfen zu haben. Aber Sebastian konnte Ashworths Mittäterschaft nie beweisen. Und noch schlimmer: Er konnte seine eigensinnige Nichte Stephanie nicht davon abhalten, eine verhängnisvolle Ehe mit dem gefährlichen Adligen einzugehen.
Sebastian entdeckt bald, dass ihre Ehe zu einer Farce verkommen war: Ashworth hatte seine schwangere Braut zurückgelassen und lebte weiterhin ein Leben als Junggeselle. Und immer mehr Beweise – von einem kleinen blutigen Handabdruck bis hin zu einem Seidenstrumpf – deuten darauf hin, dass Ashworths Mörder eine Frau war. Sebastian muss um jeden Preis das schockierende Geheimnis um Ashworths Leben aufdecken. Sonst wird es Stephanie sein, die für seinen Tod bezahlt …

Der 14. Teil der Sebastian St. Cyr-Reihe ist ein sehr gut geschriebener Regency Krimi, wie ihn Fans der Reihe erwarten dürfen, der den Lese auch in die geschichtlichen Ereignisse der damaligen Zeit tief eintauchen lässt, auch wenn sich die Autorin die eine oder andere künstlerische Freiheit heraus nimmt. Aber das ist für die Handlung durchaus von Vorteil. Was wie ein klassischer Whodunit mit familiärer Beteiligung beginnt entwickelt sich zu weitaus mehr, bis weit über London hinaus. Natürlich handelt es sich bei DER TEUFEL VON BETHAN GREEN um einen gelungenen und sehr spannenden Regency Krimi handelt, gelingt es der Autorin auch die Zeit fühlbar zu machen. Es fällt dem Leser nicht schwer sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurecht zu finden. Und es wird nicht nur die Welt der Schönen und Reichen (Adel und andere Führungspersönlichkeiten) beschrieben, Sebastian und seine Gattin Hero scheuen nicht davor zurück sich auch in die Untiefen der Gesellschaft zu begeben. Und so entsteht ein stimmiges Gesamtbild. Aber das ist alles nichts Neues, das Niveau entspricht dem der Vorgänger. Und auch wenn eine durchgehende Geschichte erzählt wird, scheint es nicht zwingend nötig zu sein, die anderen Teile der Serie zu kennen ... aber es entgeht einem dadurch einiges (ich liebe die Szenen mit Jarvis, Heros Vater und demnach Sebastians Schwiegervater, eine Person, die jede "böse" Stiefmutter in den Schatten stellt). Die Charaktere sind, neben der Atmosphäre und den Beschreibungen von Land und Gesellschaft, die Stärke der Autorin, egal ob es sich dabei um die Protagonisten oder kleinere Nebenrollen handelt. 
Und so ordnet sich auch der 14. Teil in eine Reihe absolut lesenswerter historischer Krimis ein. Wer die Vorgänger nicht kennt sollte sich auch diese nicht entgehen lassen ... denn das muss man der Autorin lassen: Auch nach 14 Teilen ist ihr der Stoff für guten Lesestoff nicht ausgegangen. 
Und hoffentlich geht das so weiter.

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