Mittwoch, 6. Mai 2026

Jürgen Kehrer: Heldenreise ins ewige Eis (Rezension)

Im August 1912 bricht die Besatzung der Herzog Ernst unter Expeditionsleiter Herbert Schröder-Stranz nach Spitzbergen auf. Es ist die Zeit der großen Polarfahrten, der Wettlauf zum Südpol ist in vollem Gange. Auch die Deutsche Arktische Expedition soll aus mutigen Männern Helden machen. Doch die Mission, gescheitert an Unerfahrenheit und grenzenloser Selbstüberschätzung, endet in einem Desaster.
Von immer waghalsigeren Kursänderungen, dem zermürbenden Kampf gegen die eisige Kälte und spektakulären Rettungsmissionen: Mit atemraubender Spannung erzählt Jürgen Kehrer die packende Geschichte dieses katastrophalen Abenteuers - und geht der uralten Sehnsucht auf den Grund, ein Held sein zu wollen.

Jürgen Kehrer dürfte vielleicht am ehesten als Autor der Wilsberg-Romane bekannt sein. Wenn man Krimis mag (egal ob in Buch- oder Serienform, denn der geniale Wilsberg treibt auch im TV sein Unwesen ...höchst amüsant). Aber ... Kehrer ist auch Journalist und vielseitig bewandert. Und so ist HELDENREISE INS EWIGE EIS kein Krimi, auch wenn es sich so liest und eigentlich ein Sachbuch, obwohl es sich nicht so liest. Tatsächlich nimmt der Autor den Leser auf eine interessante Reise mit, in eine Zeit, die durch große Namen geprägt ist ... Zwischen 1900 und 1915 fand das sogenannte „Heroische Zeitalter der Polarforschung“ statt – eine Phase intensiver Expeditionen in die Arktis und Antarktis mit berühmten Namen wie Roald Amundsen, Robert Falcon Scott oder Ernest Shackleton. Zwischen 1901 und 1903 fand die erste deutsche Südpolarexpedition unter Erich von Drygalski. Weniger bekannt mag die Expedition von Herbert Schröder-Stranz sein, die dennoch von großer Bedeutung für die deutsche Polarforschung war (auch wenn man nicht von einer erfolgreichen Expedition reden kann).
Ziel der Reise war die Durchquerung von Spitzbergen von Ost nach West Erforschung bislang wenig bekannter Gebiete und als Vorbereitung möglicher deutscher Arktisstützpunkte Die Expedition war teilweise privat finanziert und stand unter großem öffentlichen Interesse im Deutschen Kaiserreich. Vielleicht standen die Sterne aber schon von Anfang an nicht gut für die Expedition. Schröder-Stranz hatte Erfahrungen in Namibia, nicht aber in der Polarregion. Die Routenplanung war riskant, die Ausrüstung mangelhaft. Schröder-Stranz wollte Helden schaffen, nur ... gelungen ist ihm das nicht.
Eine spannende und tragische Geschichte, einfühlsam und sehr authentisch beschrieben von Jürgen Kehrer ... der aus Schröder-Stranz und die Herzog Ernst in den Olymp der tragischen, fast vergessenen Helden erhebt.

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