Mittwoch, 5. Februar 2020

Günter Seuren: Die Galapagos-Afffäre (Rezension)

Im Sommer 1929 schockiert ein Liebespaar die kleinbürgerliche Berliner Gesellschaft. Unter skandalösen Umständen verlassen die beiden ihre Ehepartner und verabschieden sich von der Zivilisation, um auf einer menschenleeren Galapagos-Insel ihr privates Paradies einzurichten. Die internationale Presse beobachtet das Experiment, aber alles kommt anders, als Dore Strauch und der Arzt Dr. Friedrich Ritter es geplant haben. Sie gehen in die exotische Falle einer Urwelt, in der enttäuschte Liebe in Hass, Verachtung und Rache umschlägt. Der Traum endet in einer Mordaffäre ... Günter Seurens Roman erzählt voll erotischer und psychologischer Spannung einen modernen Sündenfall, die abenteuerliche Selbstzerstörung der Täter und Opfer auf der Suche nach dem Garten Eden auf Erden.
Mal wieder ein Buch zur Galapagos-Affäre (wer hätte das bei diesem Titel auch nicht anders vermutet)
Günter Seuren war im Zuge von Recherchen für Dokumentarfilme (Schätze dieser Erde, von Seuren in drei Bänden veröffentlicht), die er in den 1980er Jahren unternommen hatte, auf die Galápagos-Affäre aufmerksam geworden. Seuren stellt in seinem Roman die Beziehung zwischen Friedrich Ritter und Dore Strauch, die hier unter ihren richtigen Namen auftreten, in den Mittelpunkt und stützte sich hauptsächlich auf die von Ritter und Strauch selbst publizierten Texte als Quellen. Die Handlung wird retrospektiv aus der Sicht Dore Strauchs erzählt, die in einer Nervenheilanstalt ihrem Therapeuten über die Ereignisse berichtet, wobei der Leser im Voraus erfährt, wie Strauch sich ihre Darstellung vorab zurechtlegt und was sie dem Therapeuten verschweigt. In Seurens Darstellung werden die Baronin und Philippson von Lorenz ermordet, der dazu von Ritter und Wittmer angestiftet wurde; Ritters Tod wird als gezielter Mord Strauchs dargestellt. In Übereinstimmung mit anderen Chronisten der Ereignisse bedient sich auch Seuren mehrfach der Paradiesmetaphorik.

Vielleicht habe ich schon zuviele Bücher zum Thema gelesen, aber Seurens Umsetzung hat mich enttäuscht. Es wirkte eher wie eine Zusammenfassung bekannter Tatsachen, gemischt mit der einen oder anderen Vermutung, aber sehr oberflächlich und szenenhaft.
Ich vermisste Spannung und auch die Charaktere wirkten hölzern (und das ist schade, denn durch diverse andere Bücher habe ich einen guten Eindruck der Einwanderer bekommen.

Uninspiriert und oberflächlich, das ist der Eindruck, der nach der Lektüre zurück blieb.

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