Samstag, 30. November 2019

Edmund Crispin: Schwanengesang (Rezension)

»Es wäre zu schön«, sagte Joan verträumt, »wenn wir ihn nur ein ganz kleines bisschen vergiften könnten – nur so, dass er nicht mehr singen kann.« England in den 40er Jahren. Beim Oxforder Opernensemble steht die erste Aufführung von Wagners Meistersingern nach dem 2. Weltkrieg auf dem Plan. Eine der Hauptrollen übernimmt der überaus begabte aber ebenso unbeliebte Sänger Edwin Shorthouse. Jedenfalls, bis man ihn nach einer Probe erhängt in seiner Garderobe findet. Selbstmord? Wohl kaum. Schon bald danach kommt es zu einem zweiten Mord. Der Tote war ein junger Chorsänger und aufstrebender Opernkomponist. Oxford Professor und Amateurdetektiv Gervase Fen ist ratlos und steht vor einem Rätsel: Kann eine Leiche einen Mord begehen? Was als Opera buffa begann, wird bald zur Opera seria …
Gervase Fen ermittelt weiter, diesmal in seinem vierten (veröffentlichten und von mir gelesenen) Fall, diesmal im Theater/Opernmilieu.
Und was soll ich sagen ... ich werde es nicht müde den schrulligen, absonderlichen und skurrilen Gestalten der Bücher zu folgen. Unrealistisch, nostalgisch, nicht immer spannend aber sehr unterhaltsam.
Das kann ich zu allen bisherigen Büchern von Edmund Crispin sagen.
Ich mag Fen, ich mag die Personen, die ich zur Seite stehen und auch die Täter sind immer auf eine gewisse Art und Weise interessant. Hinzu kommen diverse Anspielungen auf Schriftsteller und Romane im Allgemeinen und Zitate im besonderen, in diesem Fall auch ergänzt durch Wagner und andere aus der Opernszene.

Es geht nicht ganz so chaotisch zu wie im Wandernden Spielzeugladen, aber es ist trotzdem amüsanter Lesegenuß, nicht nur für Freunde des klassischen Whodunit-Krimis.

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