Samstag, 14. September 2019

Agatha Christie: Vier Frauen und ein Mord (Rezension)

Die liebenswerte, vielleicht etwas geschwätzige Mrs. McGinty wurde brutal ermordet und schnell wird ihr Untermieter für die Tat verhaftet. Doch wirkt er keineswegs wie ein Mörder, höchstens etwas verschroben. Kurz vor ihrem Tod hatte die alte Dame einen Brief an die Zeitung bezüglich eines Artikels über vier Verbrecherinnen geschrieben, der ihre Aufmerksamkeit erregt hatte. Hercule Poirot und Ariadne Oliver rollen den Fall neu auf.
Agatha Christie kann man immer lesen (und wenn Poirot ermittelt sowieso), selbst in der heutigen Zeit. Auf gewisse Art und Weise ist Christie zeitlos und altmodisch zugleich und doch schafft sie es immer wieder spannend und unterhaltsam zu schreiben. Es gibt keine Smartphones, kein Internet und so muss Poirot auf altmodische Art und Weise ermitteln.
Ich liebe Poirot, denn wenn er ermittelt erweist sich Christie als Komödiantin. Poirot ist ein genialer Detektiv, der sehr auf sein Äußeres bedacht ist und seine Eigenheiten pflegt. Er ist sehr von sich eingenommen und perfekt. Aber ... Christie schreibt ihre Poirotfälle nie aus Sicht des Belgiers und so bekommt der Leser einen Blick auf Poirot, der so ganz anders ist. Egal wie spannend der Fall auch ist, ist Poirot von der Partie kommt dem Leser leicht ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
In Vier Frauen und ein Mord bekommt Poirot eine Partnerin an die Seite gestellt, die so ganz anders ist als er und noch mehr die heitere Seite von Agatha Christie betont: Die oft voreingenommene Autorin Ariadne Oliver, die es immer besser weiß als Poirot und oft abenteuerliche Ideen hat (die manchmal eher mit ihrem Roman als mit dem eigentlichen Verbrechen zu tun haben).
Aber auch wenn es so klingen mag: Vier Frauen und ein Mord ist keine Komödie. Es ist ein klassischer Krimi, spannend, unterhaltsam, kurzweilig und überraschend. So, wie man es von Agatha Christie (und Poirot) kennt.
Ein Krimifan kommt an Agatha Christie nicht vorbei.

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