Donnerstag, 22. November 2018

Margret Wittmer: Postlagernd Floreana

Im August 1932 kommt die Kölnerin Margret Wittmer mit ihrem Mann und dessen zwölfjährigem Sohn nach Floreana, einer einsamen vulkanischen Insel im Galápagos-Archipel. Fernab von den europäischen Wirren wollen sie Land urbar machen und ein neues Leben als Siedler beginnen. Aber der Kampf gegen die Natur ist härter als erwartet. In einer alten Seeräuberhöhle, die zunächst als provisorisches Heim dient, bringt Margret ihr erstes Kind zur Welt. Dann wird der Inselfrieden durch mehrere rätselhafte Todesfälle gestört, die unter dem Namen "Galápagos-Affäre" die gesamte Weltpresse beschäftigen. 1994 hat Margret Wittmer auf Floreana, wo sie mit ihrer vielköpfigen Familie noch heute lebt, ihren 90. Geburtstag gefeiert. Ihr Buch dokumentiert ein abenteuerliches Frauenleben fernab der Zivilisation.


Und wieder ein Buch zur Galapagos-Affäre,  zumindest könnte man das meinen, aber tatsächlich ist Postlagernd Floreana viel mehr.
Natürlich beginnt alles mit den Begebenheiten um Dr. Ritter, Dore Strauch und der Baronin, aber das Buch (oder Frau Wittmer) hat viel mehr zu erzählen, als die mysteriösen Ereignisse (die sie auch nicht aufzuklären vermag).
Es ist ein interessanter Bericht über eine kleine Familie, die irgendwo im Nirgendwo versucht sich eine neue Existenz aufzubauen und neben verschiedenen Widrigkeiten auch schöne Momente erleben.
Ob Margaret Wittmers Leben wirklich so außergewöhnlich ist (sieht man ihre Beteiligung an der Galapagos-Affäre und dem Leben auf einer fast einsamen Insel) kann ich nicht beurteilen (da finde ich andere Frauenschicksale doch etwas außergewöhnlicher ...), aber es ist eine interessante reise in die Vergangenheit.
Ich bin davon ausgegangen, dass es sich hierbei um einen Bericht zur Galapagos-Affäre aus Sicht einer Betroffenen handelt und war anhand der Seitenzahl (fast 400) erst erschrocken, da ich mir nicht vorstellen konnte, was man noch darüber schreiben konnte. vermutlich kann man tatsächlich viel darüber schreiben, wenn man eine etwas wissenschaftlichere Sicht der Dinge an den Tag legt, Vermutungen anstellt und Analysen betreibt, aber all das wird in Postlagernd Floreana nicht geboten.
Margaret Wittmer erzählt aus ihrem Leben und das nicht uninteressant, so dass das Buch schnell beendet ist.
Die Galapagos-Affäre ist Teil dieses Lebens, mehr nicht. Auch der zweite Weltkrieg und die Probleme einer deutschen Familie auf einem amerikanischen Militärstützpunkt sind Teil dieses Lebens.

Margaret Wittmer starb im Jahr 2000 und ist auf Floreana begraben (wie andere Mitglieder ihrer Familie auch)

Mir hat das Buch gefallen, trotz (oder vielleicht wegen) der kurzen (und fast nebensächlichen) Abhandlung der Galapagos-Affäre.

Leider war es mir bisher noch nicht möglich gewesen das Buch von Dore Strauch (Satan came to Eden) in die Finger zu bekommen. Denn ihr Blick zur Affäre würde mich brennend interessieren (zumal sie in Frau Wittmers Erinnerungen nicht besonders gut wegkommt)

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