Freitag, 15. Mai 2026

Robert Sedlack: Ein unvergessliches Jahr im Leben des Fred Pickle (Rezension)

Wer Forrest Gump mochte, wird von Fred Pickle begeistert sein. Fred Pickle ist achtunddreißig, aber manchmal benimmt er sich, als wäre er neunzehn oder gar erst fünf. Früher war er eine Sportskanone, bis ein Unfall seiner Karriere ein jähes Ende bereitete. Nun lebt er auf der Schaffarm seines Onkels, mischt die Landbevölkerung auf und plant die Revolution. Fred hat zwei Leidenschaften: das alljährliche heilige Ritual, eine Eisbahn auf dem Grundstück seines Onkels anzulegen, und die Eishockeysaison, während deren er kein Spiel seiner Lieblingsmannschaft verpasst. Als man munkelt, seine kanadische Mannschaft solle an die »feindlichen« USA verkauft werden, sieht Fred rot und mit ihm Badger, ein 81-jähriger Anarchist und Berufsrevoluzzer. Gemeinsam schmieden sie Pläne, diesen infamen Verrat zu rächen.
Ein unvergessliches Jahr im Leben des Fred Pickle von Robert Sedlack will schräg wie warmherzig sein. Ähnlichkeiten zu Forrest Gump scheinen beabsichtigt, aber da ich den Film nicht kenne, kann ich mir dazu zumindest kein Urteil erlauben. Das Buch wird aber tatsächlich damit beworben: Wer Forrest Gump mochte, wird von Fred Pickle begeistert sein.
Was man von Werbesprüchen dieser Art zu halten hat, weiß man ja ... nicht immer treffen sie zu. Und wie gesagt ... Forrest Gump kenne ich nicht (abgesehen von der Pralinenszene auf der Bank, was nicht unbedingt etwas über den gesamten Film aussagen muss), aber ... Fred Pickle hat mich nicht begeistert. Würde das nun auch auf Forrest Gump zutreffen? Nun zu viel Forrest Gump in einer Rezi, in der es nicht um Forrest Gump geht ist genug, nun zum eigentlichen Thema. Obwohl ... ich habe Fred Pickle vor Jahren gelesen und es gut in Erinnerung gehabt ... aber da scheint mich meine Erinnerung getäuscht zu haben, oder ich habe mich weiter entwickelt... ich kann es nicht sagen, aber so wirklich begeistern konnte mich das Buch nicht (mehr).
Ein unvergessliches Jahr im Leben des Fred Pickle erzählt von einen Mann, der zwischen kindlicher Naivität, Trotz und tiefer Menschlichkeit schwankt. Fred Pickle, einst talentierter Sportler, lebt nach einem schweren Unfall auf der Farm seines Onkels in Kanada. Dort verbringt er seine Tage mit Eishockey, absurden Revolutionsfantasien und dem jährlichen Bau einer Eisbahn – bis der mögliche Verkauf seines Lieblingsvereins in die USA seine Welt erschüttert.
Sedlack erzählt diese Geschichte mit viel schwarzem Humor, skurrilen Figuren und einem feinen Gespür für das ländliche Kanada. Allerdings schwankt das Buch manchmal zwischen bissiger Komödie und sentimentaler Rührseligkeit. Einige Szenen wirken bewusst überzeichnet, und Freds Verhalten wird mit der Zeit etwas anstrengend. Und wirkliches Mitgefühl konnte ich für Fred Pickle nicht aufwenden, dazu war er mir dann doch zu ... nervig. Da hätte ich mir doch einen etwas skurrileren Charakter gewünscht, denn man trotz (oder gerade wegen) seines Schicksal mögen muss. Ein unvergessliches Jahr im Leben des Fred Pickle ist eigenwillig, manchmal melancholisch, aber nicht wirklich nahe gehend. Das hätte man durchaus erwarten können. Und das Ende kommt dann doch etwas schnell.
Mich hat die Geschichte nicht berührt, zumindest nicht nach dem zweiten Lesen, aber vielleicht sollte man es bei einem Mal belassen ... manches sollte man in guter Erinnerung behalten...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Durch das Kommentieren eines Beitrags auf dieser Seite werden automatisch über Google personenbezogene Daten erhoben. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung. Mit dem Abschicken eines Kommentars wird die Datenschutzerklärung akzeptiert.