Montag, 27. April 2026

Leo Brandt: Das Gehöft (Rezension)

Ein kleines Team um die Biologin Lara hat ein Gehöft auf der menschenleeren Hallig Westeroog gekauft, um es ökologisch zu bewirtschaften. Doch bald nach der Ankunft geschehen seltsame Dinge. Laras Bruder Malte verschwindet spurlos, kurz darauf reißt die Funkverbindung ab. Die Gruppe ist von der Außenwelt abgeschnitten; ein Entkommen ist wegen der gefährlichen Strömung in einem Priel unmöglich. Lara ist sich sicher, dass sie nicht allein auf der Insel sind. Zugleich verdichten sich Hinweise, dass ihr Lebensgefährte Henry etwas mit dem Verschwinden von Malte zu tun hat. Werden sie von einem Unbekannten verfolgt oder besitzt Henry eine dunkle, gewalttätige Seite? Als eine weitere Person verschwindet, eskaliert die Situation ...
Ein Thriller auf einer Hallig, das klingt ja durchaus höchst ... interessant. Eine Gruppe von Personen auf einer Insel. Ein Szenario, das man kennt und das immer wieder funktioniert. Viel falsch machen kann man dabei nicht ... möchte man meinen, aber ... gerade weil es viele Krimis/Thriller dieser Art gibt wird es schwierig den Leser zu überraschen. Was Leo Brandt schafft ist eine einzigartige Atmosphäre, Realistische Naturbeschreibungen mischen sich mit der angedeuteten Bedrohung eines Verbrechens. Und der Leser muss nicht lange warten. Nur ... so übersichtlich die handelnden Personen auch sind, so undurchsichtig ist es anfangs auch, den Täter zu entdecken. Und dann ist es doch anders. Leo Brandt bietet dem Leser ein spannendes Verwirrspiel, das jedoch auf Dauer ermüdend wirkt. Oft hat man das Gefühl, dass sich die Handlung nicht weiter entwickelt, man sich in einem Katz- und Maus-Spiel befindet, in dem die Katze nicht weiß, was von ihr erwartet wird. Der Schauplatz alleine, so faszinierend und bedrohlich er auch aufgebaut wurde, hilft nicht darüber hinweg, dass die Charaktere eher oberflächlich in Szene gesetzt werden. Zudem sind einige Verhaltensweisen eher schwer nachzuvollziehen. Da verschwindet jemand, aber nach intensiver Suche wird doch aufgegeben. Dabei müsste man doch auf einer Hallig irgendwie fündig werden. Aber das Verschwinden spielt danach nur noch eine geringe Rolle, fast geht der Alltag ungestört weiter. Und auch was die Motive so einiger Charaktere anbelangt so konnte ich diese nur bedingt nachvollziehen, vor allem weil sie teilweise ohne Vorwarnung in Erscheinung treten.
Ein Thriller, der ein überschaubares und wohlbekanntes Setting bietet, sollte zumindest bei Handlung und Charakteren etwas Besonderes bieten. DAS GEHÖFT bietet davon leider nichts. Solide, aber nichts, was man unbedingt lesen müsste.

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