Mir war nicht bekannt, dass die Tochter von Viveca Sten (bekannt wegen ihrer Sandhamn-Krimis, die auch verfilmt wurden) ebenfalls Krimis schreibt. Dabei ist BACHELORETTE-PARTY nicht der erste. Ich war natürlich neugierig, wollte wissen wie und ob sich Camilla von Viveca unterscheiden, oder ob es nur ein Abklatsch der Mutter ist. Nun ... das auf gar keinen Fall. Ich weiß nicht, ob man das bereits nach einem Buch sagen kann, aber vergleiche ich die Sandhamn-Krimis mit BACHELORETTE-PARTY, so sind Welten dazwischen. Auch wenn als Schauplatz der Schärengarten gewählt wurde. BACHELORETTE-PARTY (was man gerne auch als Junggesellinenabschied hätte übersetzen können, das hätte meiner Meinung nach durchaus besser gepasst ... mag aber auch meine eigene Meinung sein, ich finde Bachelorette nicht wirklich ein gutes Wort um es in der deutschen Sprache zu benutzen ... was man im Buch dann auch nicht gemacht hat ...) ist mehr Thriller als Krimi und spielt mit den klassischen Szenarien, die immer wieder gut funktionieren: Man nehme einen überschaubaren Ort, eine überschaubare Anzahl an Personen und (mindestens) einer davon begeht ein Verbrechen. Genau darum geht es in BACHELORETTE-PARTY, eine Geschichte, die auf zwei Ebenen erzählt wird. 2012 als eine Gruppe Mädchen verschwindet und 2022, als eine andere Gruppe junger Frauen einen Junggesellinnenabschied feiern wollen. Darunter eine ehemalige Podcasterin, die mehr über die Ereignisse von 2012 (Die Verschwundenen von Nacka) erfahren will. Eigentlich eine gute Voraussetzung für einen spannenden Thriller. Aber so ganz gelingt es Camilla Sten nicht, einen atmosphärisch dichten, spannenden Krimi aufzubauen. Dazu sind die Charaktere zu austauschbar und man kann nach einer kurzen Pause oft nicht mehr sagen in welcher Zeitebene man sich befindet. Allein Tessa, die Protagonistin zeigt Charakterentwicklung, allerdings ist sie auch nicht unbedingt die sympathischste im Kreise. Sten lässt sich Zeit mit ihrer Erzählung, und so wird es erst sehr spät wirklich spannend. Nur ... so ganz fand ich das Ende nicht befriedigend. Etwas überdreht und zu viel des guten und nicht nachvollziehbar. Es gab ein paar nette Ideen, aber das Motiv der Ereignisse auf der BACHELORETTE-PARTY, das war in meinen Augen doch etwas weit hergeholt und arg konstruiert. Was Viveca Sten manchmal an Zwischenmenschlichem zu viel zeigt, ist hier zu wenig. Actionreicher als die Mutter, mehr Thriller als Krimi, aber ... nicht überzeugend genug, um mich davon überzeugen zu können, weitere Bücher der Autorin zu lesen. Es gibt so viel mehr auf dem Gebiet der Skandinavienbücher ... Und auch wenn Julia Nachtmann ihr Bestes bei der Interpretation des Buchs gab, und ich ihr gerne zugehört habe, so kann sie (verständlicherweise) die Schwächen der Geschichte nicht ausbügeln.
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