Montag, 17. November 2025

Aidan Dubh: Scenes of Evergreen (Rezension)

Mehr über den Autor, das Buch und einen Vorgeschmack auf SCENES OF EVERGREEN (als Hörspiel und Musicfile) findet man hier.
Auf einem fernen Planeten, wo saurer Regen unaufhörlich fällt, kämpfen die Bewohner einer verfallenen Stadt ums Überleben. Unter ihnen werden sechs Menschen ausgewählt und erhalten eine geheimnisvolle goldene Visitenkarte: Sie sollen sich in der legendären Alias Star Bar im 13. Distrikt treffen. Was als Einladung beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Spiel um Leben und Tod.
Sie treffen auf Thomas Peterson, der fast sein ganzes Leben einen Kampf führt, von dem niemand in der Welt Kenntnis hat – und doch alle etwas angeht. „Scenes of Evergreen“ ist eine düstere Science-Fiction-Geschichte über Überleben, Macht und die verzweifelte Suche nach Hoffnung in einer Welt voller dunkler Geheimnisse.

Science Fiction kann manchmal schwere Kost sein, manchmal leichtfüßig wie eine Brise im Frühling. SF ist nicht mein bevorzugtes Genre, aber hin und wieder gebe ich mich in die Tiefen des Alls oder in die Zukunft... das Genre bietet viele Möglichkeiten. Dystopien sind ein Subgenre, mit dem ich mich nicht ganz anfreunden kann, meist mache ich einen Bogen darum, aber manchmal habe ich doch Interesse. Warum also SCENES OF EVERGREEN (abgesehen davon, dass mich der Autor angesprochen hat)? 
Der Klappentext hat mich angesprochen. Über das Musikstück äußere ich mich nicht, das ist Geschmackssache, passt aber gut zum Buch. Das HÖRSPIEL ist kurz und gibt das Buch selbst nur auszugsweise wieder, man kann das als eine Art von Leseprobe sehen. Und vielleicht hört man es sich an, um zu sehen in wie weit das Buch taugt. Nicht, dass ich mich an meinen Rat gehalten habe...

Aidan Dubh erschafft eine düstere, bedrückende Endzeit-Atmosphäre, die sich von Anfang bis Ende durch das ganze Buch zieht und für eine ständige Beklemmung sorgt. Im Zentrum stehen sechs Menschen – jede und jeder auf eigene Weise gebrochen, überfordert oder gefährlich, die nur durch einen weiteren Mann zusammen finden. Die Einladung in die mysteriöse Alias Star Bar im 13. Distrikt wirkt zunächst wie ein Rätsel, das Antworten verspricht, doch schnell zeigt sich: Die Figuren wurden nicht ausgewählt, sondern hineingezogen. Was als kuriose Zusammenkunft beginnt, verwandelt sich in einen psychologischen und physischen Überlebenskampf, der mich aber nicht ganz überzeugen konnte. Wie gesagt, SCENES OF EVERGREEN bietet schwere Kost und vielleicht muss man sich voll und ganz auf das dystopische Setting einlassen. Mir wollte das nicht gelingen. SCENES OF EVERGREEN hat zweifellos ein faszinierendes Grundgerüst. Das Setting ist atmosphärisch dicht, manchmal allerdings kaum erträglich. Die permanente Schwere und der fast schon überladene Weltschmerz lassen wenig Raum für Nuancen. Statt Spannung entsteht bisweilen eine monotone Dunkelheit, die eher ermüdet als fesselt. Dabei wirken manche Szenen atmosphärisch so aufgeladen, dass sie das Tempo bremsen.
Der Einstieg fesselt, doch im Mittelteil zieht sich die Geschichte spürbar. Manche Kapitel wirken wie atmosphärische Füllsel, die die Handlung kaum voranbringen.
Die Auswahl der Protagonisten ist spannend angelegt, aber die Figuren bleiben häufig archetypisch. Ihre Hintergründe werden angedeutet, doch selten wirklich vertieft. Dadurch geht viel emotionales Gewicht verloren und die Protagonisten bleiben etwas blass.
Ein ambitioniertes, atmosphärisch starkes Sci-Fi-Projekt, das jedoch an inkonsistenter Figurenzeichnung und einem unausgewogenen Tempo krankt. Mag sein, dass jemand der sich gerne in Weltschmerz und dystopischer Ausweglosigkeit ergibt seine Freude daran hat, aber mir war der Roman im Großen und Ganzen zu düster (Dystopie wie sie sein soll? Perspektivenlos?)
Andererseits muss ich zugeben, dass das Setting trotz aller Schwächen des Romans, etwas faszinierendes hat. Aber mir fiel es schwer Zugang zur Handlung zu finden. Vielleicht bietet der Roman auch einfach zu viel von dem, was nicht unbedingt zu meinen SF-Vorlieben zählt.

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