Donnerstag, 9. Oktober 2025

James Alistair Henry: Pagans (Rezension)

Eine fremde Welt. Und doch vertraut. Und sehr, sehr tödlich
England, heute: Ein modernes Land, doch die industrielle Revolution hat hier nie stattgefunden. Stattdessen stammen alle technischen Errungenschaften von der weitaus fortschrittlicheren Südhalbkugel. Auf den britischen Inseln leben Kelten, Sachsen und Pikten in einem brüchigen Frieden zusammen. Regelmäßig gibt es Versuche, die Insel zu einem »United Kingdom« zu vereinen. Ausgerechnet zu solch einem Zeitpunkt wird die Leiche eines keltischen Diplomaten aufgefunden, brutal angenagelt an einen uralten Baum. Die sächsische Ermittlerin Aedith und der keltische Inspektor Drustan werden trotz aller Gegensätze und Konflikte gemeinsam auf den Fall angesetzt. Können sie den Täter fassen, bevor er die Friedensbemühungen zunichte macht und das Land ins Chaos stürzt?

James Alistair Henry arbeitete als Buchhändler und ist ein bekannter und vielfach ausgezeichneter Drehbuchautor und Redakteur, u.a. für die Kult-Serien SMACK THE PONY, GREEN WING, CAMPUS sowie für die erfolgreichen Kinderserien BOB DER BAUMEISTER, HEY DUGGEE und SHAUN, DAS SCHAF. Seine Sketchshow WOSSON CORNWALL wurde zur BBC RADIO COMEDY OF THE WEEK gewählt. PAGANS ist Henrys erster Roman ... und .... ich will mehr davon. Der Einstieg war etwas schwierig, man erwartet irgendwie ein bekanntes England, aber es ist dann doch vollkommen anders und auch wenn bekannte Worte verwendet werden, so schafft James Alistair Henry doch etwas vollkommen Neues. Und das was er geschaffen hat, sein Weltbild und seine Vision einer anderen Welt, das hat mich schon überzeugt.
Die Story entwickelt sich nach und nach und nimmt zum Ende hin richtig Fahrt auf. Die Beschreibung der Alternativwelt auf den britischen Inseln, ebenso die Darstellung der Hauptfiguren überzeugt vollkommen. Manches bleibt zwar auch nebulös, vor allem wenn es nicht auf den britischen Inseln stattfindet, aber das macht gleichzeitig auch neugierig auf mehr und ich hoffe, dass das kein Einzelband bleibt. Potential für mehr ist auf jeden Fall vorhanden. Und es hat viel Spaß gemacht Aedith und Drustan bei ihren Ermittlungen zu folgen, wenn man sich darauf einlässt. Denn einfache Kost ist es nicht. Aber ich habe es als großen Lesespaß empfunden.
Die Idee, Großbritannien als nie erobertes, heidnisch geprägtes Land zu gestalten, ist durchaus als mutig und kreativ zu bezeichnen. Das Setting ist vertraut genug, um Orientierung zu bieten, aber durch seine Unterschiede zugleich faszinierend anders. Aedith überzeugt als starke, entschlossene Protagonistin, Drustan als Außenseiter der keltischen Gemeinschaft. Die Unterschiede der beiden (nicht nur im Charakter, sondern auch in ihrer kulturellen Herkunft) bringe Kontrast und Konflikte in die Erzählung, beziehungsweise machen die großen Probleme im Kleinen deutlich.
Der Mordfall ist gespickt mit Intrigen und bietet genügend unerwartete Enthüllungen, politische Täuschungen und Verstrickungen, die für die entsprechende Spannung sorgen.
PAGANS sprengt Genregrenzen und mischt gekonnt Elemente von Polit-Thriller, Krimi und Fantasy. Auch überzeugt der Roman durch Ideenreichtum, kluge Charaktere und überraschende Wendungen.
Wer sich gerne in alternativen Welten zurecht finden möchte der wird hier sein Vergnügen finden.

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1 Kommentar:

  1. Schönen guten Morgen!

    Freut mich dass es dir auch so gut gefallen hat! Ich war anfangs auch etwas verloren in diesem England, das zum einen bekannt ist, aber eben völlig anders. Aber er hat schon sehr geniale Ideen mit eingebracht und ich würde mich auch freuen, noch mehr von ihm zu lesen! :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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