Donnerstag, 23. Februar 2023

Oliver Pötzsch: Die Henkerstochter (Rezension)

Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wird in der bayerischen Stadt Schongau ein sterbender Junge aus dem Lech gezogen. Eine Tätowierung deutet auf Hexenwerk hin und sofort beschuldigen die Schongauer die Hebamme des Ortes. Der Henker Jakob Kuisl soll ihr unter Folter ein Geständnis entlocken, doch er ist überzeugt: die alte Frau ist unschuldig. Unterstützt von seiner Tochter Magdalena und dem jungen Stadtmedicus macht er sich auf die Suche nach dem Täter.
Ich habe noch nicht viele Bücher von Oliver Pötsch gelesen, aber diejenigen, die ich gelesen habe, haben mir außerordentlich gut gefallen. Von der HENKERSTOCHTER-Saga hatte ich bisher nur Gutes gehört und nachdem die Reihe bereits neun Bände aufweisen kann (der letzte erschien im November 2022) war die Neugierde groß. Und dann die Enttäuschung umso größer. Der Schreibstil ist gut und flüssig, die Handlung spannend und durchaus als interessant und abwechslungsreich zu bezeichnen. Die Henkerstochter spielt allerdings nur eine Nebenrolle und auch wenn ich mich gut in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges hineinversetzen konnte, so fehlte mir das Besondere der Charaktere. Abgesehen von Jakob Kuisl wirkten alle anderen etwas blass und uninteressant, fast schon austauschbar. Und dadurch wird die Geschichte etwas zerstört. Ich kann tatsächlich die Lobeshymnen auf die Henkerstochter und ihre Nachfolger nicht nachvollziehen, nachdem ich die ersten beiden Bücher der TOTENGRÄBER-Reihe gelesen habe hatte ich mehr erwartet.
Der Hintergrund des Protagonisten ist ein interessanter und wenn man bedenkt, dass Oliver Pötzsch selbst aus dem Henkergeschlecht der Kuisls stammt wird dem Buch etwas Würze verliehen.
Aber mich konnte DIE HENKERSTOCHTER nicht begeistern und es wird wohl einige Zeit vergehen bis ich die Reihe weiterlese (besonders groß ist das Interesse im Moment nicht, aber es hat sich schon oft gezeigt, dass manche Serien mit der Zeit besser werden, obwohl natürlich auch der Gegenteil das Fall sein kann).
Ganz nett, aber nicht berauschend. Das kann ich zum Auftakt der Reihe sagen. Aber der Titel an sich lässt schon anderes erwarten ...

2 Kommentare:

  1. Hi Martin!

    Das ist ja so schade! Grade der Henker, der wirklich eine große Rolle spielt in den ersten Bänden, ist so ein starker Charakter für mich, den ich sehr ins Herz geschlossen habe!
    Der erste Band ist ja bei mir schon eine Weile her - ich hab ihn damals, glaub ich, mit 4 Sternen bewertet. Jedenfalls hab ich sehr gerne weitergelesen und ich empfand es so, dass es immer besser wird. Dass der Titel die Tochter hervorhebt hat mich auch immer gewundert, wobei sie im Laufe der Zeit eine immer größere Rolle spielt, wie auch die anderen Familienmitglieder.
    Ich hoffe, du versuchst es irgendwann mal noch mit dem zweiten Band :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Aleshanee,
      ich habe hier noch ein paar Bände rumliegen, gelesen werden sie wohl auf jeden Fall, aber das wird wohl erst einmal dauern ... und da mein ebook-SuB die Angewohnheit hat in Vergessenheit zu geraten ... Vielleicht sollte ich der Serie noch eine Chance geben, den wie gesagt mag ich die Art von Pötzsch eigentlich. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch.
      Grüße
      Martin

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