Mittwoch, 27. Januar 2021

Arnold van de Laar: Schnitt (Rezension)

Von den dunklen Anfangszeiten der Chirurgie, als noch ohne Betäubung amputiert wurde, über königliche Operationen bis zu den heutigen High-Tech-OPs – der Chirurg Arnold van de Laar beschreibt in seinem Buch so packend wie allgemeinverständlich die Geschichte der Chirurgie.
Ohne Fachbegriffe zu scheuen, aber doch leicht lesbar und gespickt mit zahlreichen interessanten Details gibt van de Laar einen spannenden Einblick in sein Fach.
In 28 Kapiteln erzählt er anhand berühmter Operationen, was genau im Operationsaal geschieht. Eingehend widmet er sich Erkrankungen und Verletzungen bekannter Persönlichkeiten wie Bob Marley, Kaiserin Sissi, Lenin, Königin Victoria, Einstein und Präsident Kennedy.
„Schnitt“ ist eine faszinierender Reise durch die Königsdisziplin der Medizin, fesselnd erzählt von einer Koryphäe auf dem Gebiet der Chirurgie.
Informativ und Unterhaltsam, manchmal auch ein bisschen eklig (aber es geht um Medizin und Operationen, was soll man sonst erwarten) beschreibt der Autor die Geschichte der Chirurgie, allerdings nicht chronologisch, so dass man nebenbei eine Reise durch unterschiedliche Zeiten macht, aber trotzdem auf Bekannte aus anderen Kapiteln trifft. 
Das Buch richtet sich an den Laien, denjenigen, der von der Chirurgie keine Ahnung hat, was am Ende des Buches durchaus nicht mehr der Fall ist, denn neben seinen geschichtlichen Exkursionen gibt van de Laar Einblicke in medizinische Fachbegriffe, zeigt wie ein OP-Team aufgestellt ist und warum und macht aus dem Leser einen kleinen Fachmann, der zwar selbst keine Operationen durchführen kann (dazu bedarf es nach wie vor eines Studiums), der aber zumindest dem Fachchinesisch nicht mehr ahnungslos gegenübersteht. 
Und nebenbei bekommt man eine Zeitreise zu Präsidenten und ihren Attentätern, verfressenen Päpsten und anderen Kuriositäten.

Lesenswert für alle, die sich ein bisschen für Medizin interessieren (wollen).

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