Mittwoch, 10. Juni 2020

Pascal Wocan: Die Einherjer - Feuer und Meer (Rezension)

Ein gefallener Held auf der Suche nach Vergebung. Ein untergegangener Orden, der neu gegründet werden muss. Ein uralter Feind, der wieder erwacht. Skaldheim ist ein von Schnee und Eis beherrschtes Land. Einst von namhaften Kriegern beschützt, die als ehrenvoll Gefallene zu Auserwählten der Götter wurden, ist es fünfhundert Jahre später von Krieg und Intrigen zerrüttet. Asgrim Krummfinger, ein Kriegsheld vergangener Tage, läuft vor seinem Schicksal davon und lässt das zerfallene Reich hinter sich zurück. Der Glanz seiner früheren Heldentaten ist längst verblasst und die Erinnerungen in Met ertränkt. Doch die Vergangenheit kann nicht ruhen, als eine Gruppe Abenteurer an ihn herantritt, um ihn für einen geheimen Auftrag anzuwerben.

Allein schon der Klappentext macht neugierig.
Ich bin ein großer Freund von Mythen und Sagen (und eigentlich spielt es für mich keine Rolle ob griechisch, nordisch oder woher auch immer diese Geschichten kommen) und Erzählungen aus nordischen Gegenden lese ich im Moment eher seltener, obwohl ich dieses Buch auch nicht gelesen habe, sondern nur gehört. Das (Hör)Buch ist etwas gewöhnungsbedürftig. Ich hätte als Erzähler eine andere Stimme als Omid-Paul Eftekhari erwartet, einen mit einer etwas dunkleren Stimme. Aber man gewöhnt sich daran und tatsächlich erweist sich Omid als sehr wandlungsfähig, so dass er den einzelnen Charakteren interessante Eigenarten verleiht, die das Zuhören nie langweilig werden lassen.
Dafür hat das (Hör)Buch andere Schwächen.
Es werden zwei Handlungsstränge zu unterschiedlichen Zeiten (heute und vor 15 Jahren) beschrieben. Es ist an sich nicht schwer in die Geschichte hinein zu finden, doch macht man eine längere Pause beim hören ist es manchmal schwierig zu erkennen in welcher Zeit man sich gerade befinden. es sind zu viele Charaktere, die sich in einigen Dingen ähneln und das lässt eine leichte Verwirrung zurück. Am Anfang wird nicht ersichtlich warum man zwei sehr ähnliche Handlungsstränge zu hören bekommt, das klärt sich erst nach und nach.
Die Geschichte ist sehr düster und blutig, es wird nichts geschönt, aber man kann sich die Situation gut vorstellen (DAS IST KEINE BLÜMCHENWIKINGERFANTASY). Nichts für schwache Nerven.
Aber der Autor beschreibt gut und der Sprecher erzählt gut.

Es ist eine unterhaltsame Geschichte über Freundschaft und Loyalität, Verrat und Ehre...
aber .. ich muss zugeben, dass ich zwar gerne zugehört habe, mir aber die beiden Handlungsstränge zu sehr ähnelten und ich das besondere vermisse. Es gibt interessante Andeutungen und Situationen, die vermutlich in den Folgebänden eine Rolle spielen und die natürlich auch neugierig machten, aber bis kurz vor Schluss wurde ich zwar gut unterhalten, kann aber nicht sagen, dass ich eine herausragende Geschichte gehört habe. 
Gegen Ende des Buches gab es einige unerwartete Wendungen und zusammen mit dem Epilog ist das genau der Teaser, den man braucht um weiterlesen (oder hören) zu wollen.
Ich  bin mir also nicht sicher, ob ich mir die weiteren Bände (in welcher Form auch immer) zulegen soll.

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