Montag, 22. Juni 2020

Carmen Radtke: Der Fall der verschwundenen Braut (Rezension)

Es soll die Reise in ein besseres Leben werden .... 1862. Zielhafen Eheglück: Eine Gruppe junger Frauen sticht in Australien in See, um in Kanada mit wohlhabenden Goldschürfern verheiratet zu werden. Als eine der Bräute nach einer stürmischen Nacht verschwunden ist, glauben alle an einen Unglücksfall. Alle, bis auf Alyssa Chalmers. Sie ist überzeugt, dass ein Verbrechen geschehen ist und setzt alles daran, die Wahrheit heraus zu finden. Aber steckt noch mehr hinter dieser gefahrvollen Reise steckt, als Alyssa ahnt?
Es beginnt ein bisschen wie ein Abenteuerroman von Jules Verne, wenn Jules Verne eine Frau oder für Mädchen geschrieben hätte. Ich fühlte mich ein bisschen an den Klassiker "Zwei Jahre Ferien" erinnert, zumindest zu Beginn. Und das ist gar nicht so schlecht, denn das macht neugierig auf das was noch kommen mag.
Auch Einflüsse von "Picknick am Valentinstag" habe ich herausgespürt (ob beabsichtigt oder nicht, mag dahin gestellt sein, aber durch die entsprechenden Assoziationen hatte ich ein besonderes Bild vor Augen, das den ganzen Roman über anhielt).
Tatsächlich handelt es sich meiner Meinung nach bei DER FALL DER VERSCHWUNDENEN BRAUT nicht um einen Krimi, eher um einen historischen Roman mit Kriminalhandlung. Es dauert bis das Verbrechen begangen wird. Ähnliches kennt man ja auch von den sogenannten Cosy Krimis, aber Cosy ist dieser Roman nicht. Hier plätschert die Handlung nicht fröhlich vor sich hin, auch wenn am Anfang nicht viel passiert. Aber die Hauptcharaktere werden vorgestellt und irgendwann wenn man schon denkt, dass nichts mehr passiert verschwindet ... ein Mädchen. Und ich gebe zu, dass ich ein anderes Opfer erwartet hätte.
Und dann wird ermittelt und das auf einerseits amüsante Art (bedingt durch die Rolle der Frau in der damaligen Zeit) andererseits sehr spannend (bedingt durch den Schauplatz und die Rolle der Männer in der damaligen Zeit).

Langweilig fand ich die Geschichte nie, selbst der Anfang ist interessant genug erwählt, dass es nicht schwer fällt bei der Stange zu bleiben, zumal man dank des Buchtitels auch immer darauf wartet, dass die Braut (wer auch immer das sein mag) verschwindet (genügend Kandidatinnen gab es ja).

Kurzweiliges Lesevergnügen für diejenigen die historische Romane mit Krimihandlung mögen. Und auch wenn es manchmal etwas rau zu geht (und man manche Szene durchaus gut verdauen muss) wird von blutigen Szenen abgesehen.
Es geht auch ohne. Und das sehr gut.

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