Freitag, 10. April 2026

C. S. Harris: Die Morde in Somers Town (Rezension)

Es ist Juni 1814 und London spricht über nichts anderes als den brutalen Mord an einem in Ungnade gefallenen britischen Adligen, der seit Jahren als tot galt. Achtzehn Jahre zuvor wurde Nicholas Hayes des Mordes an einer schönen jungen französischen Emigrantin beschuldigt und zu lebenslangem Strafgefangenschaft in Botany Bay verurteilt. Nur wenige in London waren überrascht, als sie hörten, dass der Taugenichts in New South Wales in Schande gestorben war. Aber diese Berichte waren offensichtlich falsch. Vor kurzem kehrte Hayes mit einem mysteriösen kleinen Jungen im Schlepptau nach London zurück – einem Kind, das kurz nach der Entdeckung von Nicholas' Leiche verschwindet.
Sebastian St. Cyr, Viscount Devlin wird von einem alten Freund des Toten in die Ermittlungen hineingezogen. Sebastian beginnt das zerrüttete Leben des unglückseligen Nicholas zusammenzusetzen. Warum riskierte er sein Leben und seine Freiheit, indem er nach England zurückkehrte? Und warum brachte er den nun vermissten Jungen mit? Sebastian muss herausfinden, was vor achtzehn Jahren wirklich passiert ist. Mehrere bedeutende Männer könnten befürchtet haben, dass Nicholas Hayes zurückgekehrt war, um sich an ihnen zu rächen. Hat einer von ihnen beschlossen, ihm zuvorzukommen?

Fans von Sebastian St Cyr oder C. S. wissen was sie erwarten dürfen: Auch der 15. Teil der Sebastian St. Cyr-Reihe ist ein sehr gut geschriebener Regency Krimi, der neben einer spannenden Handlung mit interessanten und vielschichtigen Charakteren und einem atmosphärischen Schauplatz punktet. Also alles wie immer. Sebastian und Hero ermitteln, jeder auf seine Weise, und natürlich führt die Autorin geschickt historische Begebenheiten/Personen in ihre Geschichte ein (nicht unbedingt historisch korrekt, aber der Leser wird diesbezüglich nicht im Dunklen gelassen). Und natürlich punktet C. S. Harris mit ihrem Schreibstil. Statt Effekthascherei setzt sie auf kluge Ermittlungsarbeit, subtile Spannung und authentische Figuren. Allerdings ist das alles andere als trocken, denn sowohl Sebastien, als auch Hero müssen mehr als einmal um ihr Leben fürchten. Aber das ist auch schon normal, und ein bisschen Action darf auch nicht fehlen.
Alles so wie es sein soll, absolut lesenswert und im Großen und Ganzen eine ungewöhnliche Krimireihe.

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