Schon bald machen Gerüchte die Runde:Tief im Fundament der Akademie soll ein uraltes Wesen eingesperrt sein, ein Relikt aus den Frühzeiten der Schule, über das die Lehrmeister nur in Andeutungen sprechen. Die meisten halten es für eine Legende. Andere nicht.
Maidin spürt, dass mehr dahintersteckt. Seit dem Angriff wird er von Träumen heimgesucht – Visionen eines jungen Kriegers in der Paschinkasteppe, die seltsam klar wirken, zu deutlich, um nur Traum zu sein.
Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise, dass Aldisso, der umstrittene Lehrer, weiterhin im Verborgenen agiert. Einige Schüler sind überzeugt, dass er noch immer mit den Dämonen im Bund steht – und versuchen, seinen nächsten Schritt zu verhindern, während der Unterricht sie stärker denn je in Anspruch nimmt.
Je tiefer Maidin nach Antworten sucht, desto deutlicher erkennt er, dass seine Träume und die Geheimnisse der Schule miteinander verwoben sind. Und dass die Wahrheit ihn tiefer in die Schatten der Abenddämmerung führen wird, als er je erwartet hätte.
Mit Der Violette Mann setzt der zweite Band der Reihe Die Schule der Abenddämmerung die düstere, geheimnisvolle Atmosphäre des Auftakts fort und vertieft zugleich die psychologische und emotionale Ebene der Geschichte. Der Roman verbindet übernatürliche Elemente mit einer Coming-of-Age-Erzählung und schafft es, Spannung und Charakterentwicklung ausgewogen miteinander zu verweben.
Die Figuren wirken greifbarer als im ersten Band. Ihre Beziehungen sind komplexer, ihre Entscheidungen schwerwiegender. Gerade die Hauptfiguren und einige wichtige Nebenfiguren gewinnen an Tiefe, weil ihre Unsicherheiten nicht nur erzählt, sondern spürbar gemacht werden. Sprachlich überzeugt der Roman mit bildhaften Beschreibungen und einem ruhigen, fast hypnotischen Erzählrhythmus. Das mag vielleicht auch als Schwäche gesehen werden, denn aufgrund der Ereignisse des ersten Teils erwartet man mehr, wird hier aber fast schon in den gewöhnlichen Schulalltag. Action wird man etwas vermissen, aber ich muss sagen, dass es trotzdem nicht langweilig wird, weil zum einen durch die ruhigere Erzählweise die Charaktere greifbarer werden, zum anderen der Leser auch eine unterschwellige Ahnung von Gefahr darstellt. Wie kann es sein, dass nach den Ereignissen des letzten Bandes, plötzlich alles so normal ist. Und ja, es ist notwendig, dass man den ersten Band gelesen hat. Noch weist der Stil des Autors kleine Schwächen auf, nicht alles ist wirklich schlüssig und die Entwicklung der Charaktere hat noch viel Luft nach oben. Kein Highlight, aber solide und durchaus unterhaltsam. Zumindest muss man dem Autor zu Gute halten, dass er entgegen des derzeitigen Romantasywahns arbeitet und mit seiner Schule der Abenddämmerung eigene Wege geht. Dunkle Fantasy, aber ohne großes Liebesgesülze und kein Abklatsch von Harry Potter (et al). Aber leider auch nicht perfekt.
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