Es fällt mir schwer dieses Buch einzuordnen (was man vielleicht auch gar nicht tun sollte oder kann). Und auch wenn es ein ruhiges Buch ist, so hat es mir in seiner Erzählweise durchaus gefallen. Auf gewisse Weise ist es eine tragische Geschichte, einfühlsam dem Leser nahegebracht und das Ende so wie es nur zu diesem Roman passen kann, jenseits jeglicher Sentimentalität und frei von jeglichem Kitsch. Vielleicht ein bisschen unbefriedigend, oder zu offen, aber irgendwo musste die Autorin einen Schlussstrich ziehen. Sie hätte sonst ewig erzählen können.
Liz Moore erzählt in Der andere Arthur eine leise, eindringliche Geschichte über Isolation, Scham und die fragile Möglichkeit menschlicher Nähe. Im Zentrum stehen zwei Figuren, die auf den ersten Blick nichts verbindet.
Der Roman mit arbeitet mit wechselnden Perspektiven und Rückblenden, die nach und nach offenlegen, wie eng die Lebensgeschichten der Figuren miteinander verwoben sind. Diese Struktur erzeugt ein Gefühl vorsichtiger Annäherung: Jede neue Information verschiebt das moralische Urteil über die Beteiligten. Schuld, Fürsorge und Versäumnis erscheinen nie eindeutig. Moore vermeidet einfache Lösungen und zeigt, wie sehr Menschen zugleich verletzend und rettend füreinander sein können.
Nach und nach werden dem Leser die Protagonisten nahe gebracht, Arthur, gesprochen von Uve Teschner und Kel, gesprochen von Timmo Niessner, ihre Probleme und ihre Gemeinsamkeiten. Beide Sprecher hauchen den Protagonisten Leben ein und es ist fast so, als würden sie dem Leser ihre Geschichten erzählen. Aber ich bin sowieso ein Fan von Uve Teschner, vielleicht bin ich deswegen etwas vorbelastet, weil ich ihn sowieso gerne höre. Kleiner Fun Fact am Rande. Er ist der jüngere der beiden Sprecher (geringfügig) spricht aber den älteren ... passt aber gut, Timmo Niessner (der einst in ICH HEIRATE EINE FAMILIE den älteren Sohn gespielt hat) wirkt perfekt. Angenehmes Hörvergnügen in einem Buch das wie ein Drama erscheint, aber sich mehr mit den inneren Werten und Befindlichkeiten der Protagonisten auseinandersetzt. Man muss sich auf die Geschichte einlassen, was mit den Sprechern wunderbar gelingt, dann kann man schwer loslassen.
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