Donnerstag, 26. Februar 2026

Fergus Craig: Betreutes Morden (Rezension)

Eigentlich möchte Carol nur in Ruhe ihren Lebensabend genießen. Doch das ist nicht so leicht – für eine Serienmörderin
Als sie ins Seniorenheim Sheldon Oaks einzieht, ist Carol selig: endlich ihre eigenen vier Wände. Endlich Freiheit. Denn die letzten 35 Jahre hat sie im Gefängnis verbracht. Wegen siebenfachen Mordes. Carol ist Serienmörderin. Na ja, war Serienmörderin. Jetzt ist sie im Ruhestand. Und froh, in Sheldon Oaks etwas für sie gänzlich Neues zu finden: Freundschaft. Bis genau vor Carols schönem neuen Balkon jemand ermordet wird. Dummerweise wimmelt es in ihrem neuen Freundeskreis nur so von ehemaligen Ermittlern, die sich flugs an die Arbeit machen. Denn wer wird als Erstes verdächtigt? Carol natürlich. Wenn sie ihre neu gefundene Freiheit und ihre Freunde behalten will, muss sie ihre Unschuld beweisen. Und zwar schnell.
Eine Innenministerin, ein Kriminalkommissar, eine Pathologin und eine Serienmörderin im Seniorenheim – Bühne frei für Carol und ihre Ermittlungstruppe der besonderen Art!

Also ... Serienmörder(innen) als Protagonisten sind ja nicht neu, das gab es schon (u. a. bei Ethan Cross mit seinem Francis Ackerman jr.) und ermittelnde Senioren, nun das kennt man von Agatha Christie (oder vom Donnerstagd-Mordclub, der zumindest auch in einem Seniorenheim ermittelt, während Christies Detektive ja noch sehr rüstig sind). Aber man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden, um zu unterhalten. Comedian (und Autor) Fergus Craig hat nun in BETREUTES MORDEN eine in die Jahre gekommene Serienmörderin ins Seniorenheim geschickt ... und es hätte so schön sein können ... bis ein Mord geschieht und es eine Verdächtige gibt: Serienkillerin Nummer eins, Carol. Und um ihre Unschuld zu beweisen muss sie ermitteln. Und sie macht es nicht alleine, denn trotz anfänglicher Schwierigkeiten und vorhandenem Misstrauen bekommt sie Unterstützung. Und man darf sich schon wundern was sich da so alles in Sheldon Oaks herumtreibt, vom Mörder bis zur ehemaligen Innenministerin ... eine illustre Runde. Und das macht auch den Reiz aus. Eine unterhaltsame Gruppe, ein interessanter Fall, der durchaus nicht an überraschenden Wendungen spart. Fergus Craig schreibt flüssig und originell. Seine teilweise skurrilen Beschreibungen sorgen für den richtigen Humor, der ein bisschen verschleiert, dass nicht alles so cosy ist, wie man es vielleicht wünschen würde. Aber trotzdem ... auch für den Krimifan, der es lieber unblutig haben will, wird einiges geboten. Und manches will man gar nicht geboten bekommen, aber das ist wohl auch Ansichtssache (und ja, ich erlaube mir das einfach so im Raum stehen zu lassen). Das Ende mag ein bisschen traurig sein, aber auch hoffnungsvoll und man ist gespannt ob und wie (und wann) es weiter geht.
Den Originaltitel "I’m Not The Only Murderer In My Retirement Home" finde ich noch etwas besser als BETREUTES MORDEN.

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