Montag, 26. Januar 2026

Rob Hart: Paradox Hotel (Rezension)

Im Paradox Hotel ticken die Uhren anders. Denn hier bucht man keinen Tagesausflug in die nähere Umgebung, sondern eine Flugreise in die Vergangenheit. Ein Dutzend verschiedene Epochen stehen den Gästen zur Verfügung, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Doch dann geschieht ein Mord im Paradox Hotel, und January Cole beginnt zu ermitteln. Das ist allerdings nicht so einfach, wenn noch nicht einmal klar ist, wann der Mord überhaupt geschehen ist – in der Vergangenheit, der Gegenwart oder gar erst in der Zukunft?
Zeitreisen sind ja meistens höchst unterhaltsam. Das sieht man bei ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT, StarTrek oder Dr. Maxwell (letzteres ist wohl nicht so bekannt wie die ersten beiden, darf aber nicht fehlen, weil es zumindest eine literarische Aufarbeitung des Themas ist ... in Serie). Und Zeitreisen erfreuen sich großer Beliebtheit bei Cineasten oder Leseratten. Allerdings funktioniert das Konzept nicht immer... aber ... bei PARADOX HOTEL kommen Zeitreisefans auf ihre Kosten auch wenn das Reisen in vergangene Zeiten eher nebensächlich ist.
Mit Paradox Hotel legt Rob Hart einen temporeichen Science-Fiction-Thriller vor, der Zeitreisen mit einem klassischen Whodunit-Plot verbindet. Schauplatz ist ein luxuriöses Hotel für Zeitreisende, in dem Gäste aus unterschiedlichen Epochen zusammenkommen, ein faszinierendes Setting (bei dem auch Dinosaurier nicht fehlen), das Hart mit viel Fantasie und einem Sinn für Atmosphäre ausstattet.
Hart konzentriert sich auf die dunklen Seiten der Zeitreisen und so ist seine Protagonistin January Cole, auch nicht unbedingt eine Heldin, aber auch nicht so verkorkst, dass man nicht Sympathie für sie empfindet .... oder für Ruby, auch wenn das nur eine KI ist (aber eine, die man liebhaben muss). Und so hat January mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, einer Übernahme des Hotels (durch die reichsten Personen der Mensch) und einem Zusammenbruch der Zeit (da sind Dinosaurier wohl eher das kleinere Problem. January versucht die Sicherheit des Hotels zu gewährleisten, ein Verbrechen auf zu klären und ihre eigenen Visionen zu deuten. Was ist wahr, was nicht. Was ist ein Flashback und was passiert erst noch. Und gibt es Geister im Hotel?
Stilistisch überzeugt Hart mit klarer, schnörkelloser Sprache und einem guten Gespür für Rhythmus. Besonders gelungen ist die Mischung aus Science-Fiction-Ideen, Noir-Anklängen und Mystery-Elementen. Das Hotel als Knotenpunkt der Zeit ist nicht nur Kulisse, sondern ein zentraler dramaturgischer Moto, voller kleiner Details, die das Worldbuilding glaubwürdig machen. Vielleicht bleiben einige der Nebenfiguren eher schemenhaft und das komplexe Zeitreise-Konzept verstört und verwirrt manchmal, statt Antworten zu liefern. Das muss man einfach ignorieren. Wer darüber hinwegsehen kann, und Freude an Rätseln und Zeitschleifen hat wird mit unerwarteten Wendungen überrascht. Paradox Hotel ist ein atmosphärischer Thriller, der klassische Krimi-Elemente mit spekulativer Science-Fiction verbindet. Zeitreise mal anders ... irgendwie.

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