Freitag, 1. April 2022

Anthony Horowitz: Die Morde von Pye Hall (Rezension)

Susan Ryeland, Lektorin bei Cloverleaf Books, arbeitet schon seit Jahren mit dem Bestsellerautor Alan Conway zusammen, und die Leser lieben seine Krimis mit dem Detektiv Atticus Pünd, der seine Fälle charmant wie Hercule Poirot zu lösen pflegt.
Doch in seinem neuesten Fall ist nichts wie es scheint. Zwar gibt es zwei Leichen in Pye Hall und auch diverse Verdächtige, aber die letzten Kapitel des Manuskripts fehlen und der Autor ist verschwunden. Ein merkwürdiger Brief legt nahe, dass er sich das Leben genommen hat. 
Susan Ryeland muss selbst zur Detektivin werden, um nicht nur den Fall der Morde von Pye Hall zu lösen, sondern auch die Umstände des Todes von Alan Conway zu enträtseln.
Zwei Krimis zum Preis von einem, das bekommt man in DIE MORDE VON PYE HALL geboten und irgendwie kann man sich auf einen vergnüglichen Krimispaß einlassen. Im ersten Teil bekommt der Leser den noch unveröffentlichten letzten Fall des berühmten Hercule Poirot-Verschnitts Atticus Pünd zu lesen, zumindest glaut er es. Nur ... die letzten Kapitel fehlen und der Leser bleibt etwas irritiert zurück. So ging es mir und auch der Lektorin Susan Ryeland, welche von ihrem Verleger die Aufgabe erhält die fehlenden Kapitel zu besorgen. Was sich als schwieriger herausstellt als es ist.
Ich habe mich köstlich amüsiert, sowohl bei der "fiktiven" Handlung wie auch bei den "realen" Ereignissen.
Die ganz besondere Stimmung und die Atmosphäre in diesem Buch, sowie die fesselnde, verwobene Story, haben mir sehr gut gefallen und mir spannungsreiche Krimi-Lesestunden beschert. Der Schauplatz des Krimis ist ein verschlafenes englisches Dorf in den 50er Jahren und ein Herrenhaus, in dem kurz hintereinander zwei Todesfälle geschehen. Die Verdächtigen sind überschaubar und nicht nur Atticus Pünd erinnert an Agatha Christie. Fast könnte man sich der Illusion hingeben, dass die Queen of Cime hinter der Atticus-Geschichte steckt, aber natürlich ist das unmöglich. Aber es ist eine schöne Illusion und Horowitz darf sich gerne als Nachfolger von Agatha Christie versuchen, er schafft die passende Atmosphäre ohne dabei altmodisch oder zu cosy zu wirken. Der Schauplatz wirkt authentisch, die Charaktere sind interessant und glaubwürdig dargestellt.
Wenn der Leser dann in die Gegenwart zurück gerissen wird ist es wie ein Schock, aber auch wenn sich Schauplatz und Protagonisten verändern wirkt alles absolut glaubhaft und schnell ist vergessen, dass man eigentlich noch ein ungeklärtes Verbrechen klären müsste. Aber auch Susans Spurensuche ist unterhaltsam.
Anthony Horowitz schafft es den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Es bleibt spannend und wie man es auch von Agatha Christie erwartet gibt es zahlreiche falsche Spuren, Überraschungen und scheinbar belanglose Kleinigkeiten, welche aber perfekt in das Gesamtbild passen.
Ein Krimi im Krimi, außerordentlich gut erzählt ... ein kurzweiliges Lesevergnügen für alle, die bedauern, dass Agatha Christie nicht mehr unter uns weilt.

2 Kommentare:

  1. Hi Martin!

    Es freut mich sehr dass dir das Buch auch so gut gefallen hat! Gestern hab ich entdeckt, dass jetzt im April der zweite Band dazu erscheint: Der Tote aus Zimmer 12

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Aleshanee,
      auf DER TOTE AUS ZIMMER 12 freue ich mich auch schon.
      ;)
      LG
      M

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