Donnerstag, 7. Mai 2020

C. J. Knittel: Tonkari - Das Herz des Greifen (Rezension)

Meson Tormin ist Heermeister in der Armee eines selbstgefälligen Königs. Für sein Volk führt er Krieg gegen die Igelmenschen, die sich selbst Tonkari nennen, und im nahegelegenen Wald leben. Sie sollen der Ursprung der Seuche sein, die in der Hauptstadt wütet. In einer Schlacht wird Meson von den Tonkari gefangen genommen. Während seiner Gefangenschaft findet er heraus, aus welchem Grund der König sie wirklich bekämpft.
Wenn man ehrlich ist wird nicht gerade eine innovative Geschichte erzählt. Fantasyfans werden in TONKARI aber auf ihre Kosten kommen, denn es wird genau das geboten, das Fantasyfans mögen: Fremde Kulturen, Geheimnisse, ein bisschen Pseudomittelalter und natürlich Kriege und Schlachten.
Das klingt jetzt nicht sonderlich aufregend, aber ... C. J. Knittel überzeugt durch seine Welt und die Personen.
Anfangs hatte ich Schwierigkeiten mit der Sprache und auch nicht, warum der König einem Heerführer seine einzige Tochter verspricht. Aber im Laufe der Geschichte wird vieles deutlicher. Tatsächlich wird eine spannende Geschichte erzählt, die für kurzweiliges Lesevergnügen sorgt und schneller vorbei ist als man denkt.
Und dann bleibt die Frage: Wie jetzt, das war's?

Ja, für diese Geschichte schon, aber es wird wohl noch vieles zu erzählen geben.
Der Autor kreiert interessante Charaktere und Völker zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Was mir gefallen hat, waren die Jagd- und Kriegsszenen.
Ich bin kein Freund epischer Schlachten und riesiger Gemetzel und auch wenn es die eine oder andere blutige Auseinandersetzung gibt, die man durchaus auch grausam in ihrer Beschreibung nennen darf, so ist alles stimmig und passt zum Tonfall des Romans.
Eigentlich ist für jeden etwas dabei: Gemetzel, Liebe, fremde Völker, ein bisschen Spiritualität und Religion, Intrigen ...

TONKARI ist ein Einzelband, der zwar auch einen Handlungsstrang beinhaltet, der auf den ersten Blick etwas unbedeutend ist, aber vielleicht wird dieser in weiteren Bänden eine wichtige Rolle spielen. Man hätte sich aber die Geschichte von Asawi-Tatschu sparen können, da diese keine Rolle für die Handlung um Meson spielt. Aber egal, so ganz unsinnig ist sie nicht, man lernt dadurch die Welt besser kennen. Apropos Welt: Die Anhänge lohnen sich zu lesen, denn man bekommt Hintergründe geliefert, die man während des Romans nicht bekommt.
Sie spielen für die Handlung keine Rolle, aber sie zeigen wie viel Liebe der Autor in seine Welt gesteckt hat.
Erstaunlich, dass er dann einen Roman geschrieben hat, der nur wenige hundert Seiten lang ist.
Gleichzeitig zeigt er aber auch, dass man eine spannende Geschichte auf wenigen Seiten erzählen kann.

Ich hoffe es gibt bald mehr.

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