Montag, 11. März 2019

Christian Tielmann: Unsterblichkeit ist auch keine Lösung

Goethes Gartenhaus in Weimar
Es gibt Dinge, die mich seit einigen Jahren verfolgen ...
Goethe (nicht nur seit gestern) und der Harz (und das auch schon seit ein paar Jahren, wie man u. a. hier nachlesen kann).
Meine Reisen in den Harz genieße ich nach wie vor, die Gegend ist sehr schön (romantisch, mystisch...sehenswert) und ich werde bestimmt hier und da auf Goethes Spuren wandern (das lässt sich fast nicht vermeiden).
Auch wenn ich literarisch gesehen, eher ein Goethebanause bin.
Aber man muss weder Goethe, noch Schiller kennen um seinen Spaß an Unsterblichkeit ist auch keine Lösung zu haben.


Goethe und Schiller live on tour: Klassiker zum Anfassen Im Jahr 2014 bringt der krisengeschüttelte Buchmarkt auch die Absätze der deutschen Klassiker Goethe und Schiller zum Sinken, deshalb werden die beiden Herren (265 und 255 Jahre alt) von Verleger Cotta auf eine Lesereise durch den Harz geschickt. Krönender Abschluss soll die Lesung des ›Faust‹ auf dem Brocken sein. Nur widerwillig lässt sich Goethe darauf ein. Ärgerlich, dass Kollege Schiller ihm im Umgang mit verspäteten ICEs, desinteressierten Schülern und der attraktiven mitreisenden Buchhändlerin immer eine Nasenlänge voraus zu sein scheint. Und schließlich mit neuen Ideen zum Höhenflug ansetzt.
Ich habe eine Vorliebe für abgedrehte, skurrile  Geschichten und das Goethe-Schiller-Desaster klang ganz danach. Ich habe mich auch gut unterhalten, aber ... es hätte noch abgedrehter sein können. Andererseits blieb die Geschichte so zumindest einigermaßen glaubhaft ... sofern man das von einer Geschichte erwarten kann, deren Hauptpersonen über 200 Jahre alt (und dabei nicht einmal Vampire ) sind.
Nun ja, Goethe und Schiller begeben sich auf Lesereise, wobei Schiller nur Beiwerk ist (jedenfalls hätte das Goethe so) und der Roman aus Goethes Sicht erzählt wird.
Die Lesereise durch den Harz ist ziemlich anstrengend (nachdem hauptsächlich vor Schülern gelesen wird, die genauso viel Interesse am WERTHER haben, wie die Lehrer, nämlich gar keines und Goethe kaum bekannt ist ... ach ja... Anfassen lässt er sich auch nicht), außerdem hat Goethe auch noch Probleme ganz anderer Art und daran ist die Politik nicht ganz unschuldig.
Es ist sehr unterhaltsam in Goethes Gedanken Welt eindringen zu dürfen und seine Meinung über seine Deutschen (wie er uns nennt) und Schiller zu erfahren.
Vieles wird nicht erklärt, oder vorausgesetzt, so sind die beiden uralten Knacker mit der modernen Technik durchaus vertraut und warum sie unsterblich sind (und Heine beispielsweise nicht) wird auch nur unzureichend erklärt. Aber, das spielt keine große Rolle.
Man hätte Goethe auch ohne Schiller durch den Harz reisen lassen können und das Desaster ist eher von kleiner Natur.

Unsterblichkeit ist keine Lösung ist ein unterhaltsames, sehr ironisches Buch. Es ist gut geschrieben, sehr abwechslungsreich und manchmal hat man durchaus Mitleid mit den Klassikern.
(Lust FAUST oder WERTHER oder irgendein Werk von Schiller zu lesen, habe ich durch die Lektüre aber nicht bekommen, aber das nur am Rande)

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