Freitag, 20. April 2018

Laline Paull: Das Eis (Rezension)


Ich war mir erst nicht sicher, wo ich die Rezension des Buchs hineinpacken soll und bin letztendlich hier gelandet. Auch wenn es auf dem Beutelwolf-Blog ein paar Polromane gibt (Arthur Gordon Pym/Berge des Wahnsinns/Die Eissphinx), aber außer ein paar Eisbären gibt es in "Das Eis" wenig, was eine Rezension auf dem Beutelwolf-Blog rechtfertigen würde. Auch wenn das alles keine Rolle spielt.
"Das Eis" bekam ich über vorablesen.de, nachdem ich einen Leseeindruck zu einer Leseprobe abgegeben habe:
Ein poetischer Arktiskrimi? Blau ist meine Lieblingsfarbe und so sprang mir das Cover sofort ins Auge. Auch der einfache Titel und der Klappentext waren vielversprechend. Ich mag Romane, die in der Arktis (oder Antarktis) spielen und wenn Krimi/Thrillerelemente vorhanden sind, ist das natürlich ein Bonus. Die Leseprobe hat mir gefallen und macht Lust auf mehr. Manchmal kommt mir die Schreibweise etwas poetisch vor, aber es passt zu dem bisher gelesenen und gibt dem Buch eine besondere Aura. Natürlich ist die Leseprobe zu kurz und ich bin gespannt, wie es weiter geht.
Ich habe vier Punkte für die Leseprobe gegeben und war wirklich gespannt wie es weiter ging.
Begeistert fing ich zum Lesen an und wurde enttäuscht.
Die schmelzenden Gletscher der Arktis geben eine Leiche frei. Der leblose Körper gehört Umweltaktivist Thomas Harding, der drei Jahre zuvor spurlos im Eis verschwand. Von der gemeinsamen Expedition kehrte damals nur ein Mann zurück: Hardings bester Freund. Ein elektrisierender Abenteuerroman über Freundschaft, Verrat und unseren Umgang mit der Natur. Die Eisdecke in der Arktis schmilzt unaufhörlich. Raffgierige Unternehmen wittern ihre Chance und wetteifern um einen Platz im ewigen Eis. Als ein Kreuzfahrtschiff im arktischen Wasser eine Leiche entdeckt, ist schnell klar, um wen es sich handelt: Tom Harding, Polarforscher und einer der besten Kenner der Arktis, der drei Jahre zuvor nach einem Unfall im Eis verschwand. Der Letzte, der ihn lebend gesehen hat, ist sein bester Freund und Geschäftspartner Sean Cawson. Die Männer planten gemeinsam die Eröffnung einer exklusiven arktischen Lodge, die sich gleichzeitig dem Schutz des Nordmeers verpflichtete. Als die Untersuchungen zu Hardings Tod beginnen, wächst der Druck auf Cawson. Waren ihre Vorstellungen von Naturschutz und Profitgier letztlich doch zu verschieden?
Ich habe einen Krimi oder einen Thriller erwartet, aber augenscheinlich geht es um die Ereignisse die zum Tod von Tom Harding führten. Während einer Gerichtsverhandlung wird in Rückblenden erzählt, wie es zu diesem Unfall kam.
Gerichtsromane/geschichten können spannend sein, das weiß man seit Zeugin der Anklage oder Die Jury. Das Eis braucht lange bis es spannend wird, sehr lange und erst auf den letzten Seiten kommt die Geschichte richtig in Fahrt um dann abrupt und für mich unbefriedigend zu enden.
Der Schreibstil ist durchaus angenehm, auch wenn die Erzählweise durch die verschiedenen Zeitzonen etwas verwirrend sein kann, da nicht immer sofort ersichtlich ist wo in der Zeit man sich gerade befindet.
Potential für einen spannenden Umweltthriller war da, aber genutzt wurde er nicht.
Das Buch enthält Elemente von Krimi und Thriller, aber andere Dinge, die für Spannungselemente sorgen könnten wie Intrigen oder Verschwörungen tauchen entweder gar nicht oder erst sehr spät auf. Ich habe den Eindruck, dass man eher eingelullt wird in Beschreibungen der Arktis und den Problemen, die der Klimawandel mit sich bringt um dann zu einem überraschenden Ende geführt zu werden. Zu spät in meinen Augen.
Mein erster Eindruck hat sich nicht bestätigt, statt eines poetischen Arktiskrimis bekommt man einen langatmigen Roman, der nur in seinen Arktisbeschreibungen überzeugen kann.
Sehr enttäuschend. Ich habe mehr erwartet und auch die Gerichtsverhandlung hat wenig spannendes zu bieten.
Amazon.

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