Das Elsass während der Weinernte: In einer Kapelle wird unter den Trümmern eines Freskos die Leiche eines Mannes entdeckt. Das Gebetshaus liegt unweit des Wohnorts einer religiösen Gemeinschaft, deren Bewohner ein Leben wie vor 300 Jahren führen und sich durch den Weinbau finanzieren. Kommissar Pierre Niémans ahnt schon bald, dass der mysteriöse Todesfall nicht das einzige finstere Geheimnis der Täufergemeinde ist. Um mehr zu erfahren, beschließt er, seine Assistentin Ivana undercover als Erntehelferin einzuschleusen. Als ein weiterer Mord geschieht, gerät auch Ivana in große Gefahr ...
Ich bin etwas skeptisch an das Buch heran gegangen. Die letzten beiden Bücher von Grangé haben mir nicht gefallen und ich war der Meinung, dass ich vielleicht doch ein etwas verklärtes Verhältnis zu DIE PURPURNEN FLÜSSE habe. Nachdem ich dann auch viele eher weniger positive Kritiken gelesen habe waren meine Erwartungen eher gering. Aber ... ich wurde gut unterhalten. Ich bekomme wieder das Gefühl, dass Grangé doch nicht so schlecht geworden ist wie ich befürchtet habe, vielleicht liegt es aber auch an Niémans, von dem ich schon lange nichts mehr gelesen habe und den ich in guter Erinnerung habe (und auch in der TV-Serie DIE PURPURNEN FLÜSSE sehr authentisch finde). Niémans ist so wie ich ihn erwartet habe und zusammen mit seinen weiblichen Partnern ist er eines der Highlights des Buchs. Die Gegend und die Handlung (Weinlese und Elsass) versprechen Urlaubsflair, eine Sekte verspricht geheimnisvolles. Und genau das habe ich bekommen. Es gibt ein paar Morde, aber man hat nicht den Eindruck, dass die Brutalität des Verbrechens im Vordergrund steht und die Leichen detailliert beschrieben werden. Grangé kann anders und diese brutale Beschreibungen gefallen mir weniger. Hier ist weniger mehr und das hilft der Story, die, das gebe ich zu, am Anfang nicht sonderlich spektakulär daherkommt, sich aber wie eine Zwiebel entwickelt und immer mehr Schichten offenbart. Spannend und geheimnisvoll ... und sehr kurzweilig.
Grangé kann anders, aber das was manchmal sehr zäh daherkommt wird hier eher komprimiert und sorgt dafür, dass der Leser am Ball bleibt, bis zum schnellen Ende.
Mir hat TAG DER ASCHE gut gefallen, ein Thriller nach meinem Geschmack. Auch wenn ich einige Szenen etwas kurz fand (aber ich würde die Spannung nehmen, wenn ich verraten würde, welche, aber soviel sei gesagt: Sie häufen sich gegen Ende des Buchs)
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Dienstag, 31. Mai 2022
Freitag, 27. Mai 2022
Aidan Chambers: Die Brücke (Rezension)
Auszeit! Jan will weg von zu Hause und nimmt einen ungewöhnlichen Job als Mautnehmer auf einer entlegenen Brücke an. Doch bereits nach wenigen Tagen dringen zwei Menschen in seinen Rückzugsraum ein: die lebensgierige, unerschrockene Tess und der unausweichlich attraktive Adam, ein Junge auf der Flucht.
Ein Drama zwischen Anziehung und Distanz, zwischen schockierenden Wahrnehmungen über sich selbst und den anderen entfaltet sich.
Die Brücke ist ein Jugendbuch, das anfangs mit einer leichten Erzählweise anfängt, bis der Leser merkt, welchen komplexen Charakter Jan aufweist. Und so vielschichtig ist auch der Roman, dessen Erzählstil durchaus anspruchsvoll ist, auch wenn am Anfang eine scheinbar belanglose Geschichte über Freundschaft und dem Erwachsenwerden erzählt wird. Im Laufe der Geschichte ändern sich die Sichtweisen, da auch Tess zu Wort kommt. Fast könnte man eine schöne, geruhsame Geschichte über Jugendliche (oder junge Erwachsene) an einer Brücke erwarten, vielleicht auch eine Dreiergeschichte (da auch Jan Adams bestes Stück erwähnt), aber wie erwähnt ist es viel und so einfach die Geschichte am Anfang erscheint, so bietet sie gegen Ende doch einige Überraschungen, mit denen man nicht rechnen konnte.
Aidan Chambers beweist, dass er gute Geschichten erzählen kann, Geschichten, mit sympathischen und glaubwürdigen (manchmal auch sehr schrägen) Charakteren, Geschichten, die ruhig erzählt werden, aber sich doch in das herz und die Gedanken des Lesers einschleichen und sich dort festsetzen.
Die Brücke ist nicht nur ein Buch für Jugendliche, auch Erwachsene (eigentlich egal welchen Alters) können sich von der Geschichte verzaubern lassen.
Mittwoch, 25. Mai 2022
Katja Montejano: Spiegelmädchen (Rezension)
Ein gefährliches Spiel um Leben und Tod …
Dieser Psychothriller ist nichts für schwache Nerven
Ein brutaler Überfall stürzt das Leben von Jazz in einen Abgrund voller Angst und Grauen. Gleichzeitig verschwinden ihre Mutter und Schwester – die Polizei steht vor einem schier unlösbaren Rätsel. Wurde die Familie Zielscheibe eines perversen Serienkillers oder steckt ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit hinter dem schrecklichen Geschehen? Als der Entführer Kontakt zu Jazz aufnimmt, entwickelt sich ein erbarmungsloses Katz- und Mausspiel, dem Jazz nicht entkommen kann …
Nun ja ... unter einem Psychothriller der nichts für schwache Nerven ist, erwarte ich etwas anderes. tatsächlich konnte ich dem Roman nicht viel abgewinnen. Das Buch fängt mit einem „Knaller“ an, danach plätschert es nur so vor sich hin. Mit der Protagonistin bin ich nicht warm geworden und die zahlreichen Leichen hätte es meiner Meinung nach auch nicht unbedingt gebraucht, zumal lange die Intension des "Mörders" im Dunklen blieb und ich das ganze auch nicht ganz nachvollziehen konnte. Erschwerend kam hinzu, dass er Jazz immer wieder unterschätzt und er mit ihrem verhalten Schwierigkeiten hat. Das zeugt wirkt auf mich so, als ob er mit der Situation nicht klar kam und half mir nicht seinen Charakter zu verstehen. Tatsächlich ist die Sichtweise des Täters und auch die Leichen, die seinen Weg pflastern nicht sehr verständlich vorgekommen und das wirkte sich für mich auch auf die Spannung aus. Ein Psychothriller der sich sehr zurückhält, was die Psyche der Hauptpersonen anbelangt. Die Beschreibung und die Todesart der Leichen ist tatsächlich nichts für schwache Nerven, aber das ist nichts, was einen guten Psychothriller ausmacht. Das Ende kommt auch zu schnell und erst dann lernt man mehr über die Hintergründe des Täters ... nachfollziehen kann ich sie jedoch nicht (oder nur teilweise, aber wenn ich mehr dazu sagen würde, wäre das ein Spoiler, den ich mir an dieser Stelle erspare) An sich steckt hinter Spiegelmädchen eine gute Idee, die leider in meinen Augen nicht gut umgesetzt wurde.
Die Triggerwarnung verspricht die explizite Darstellung körperlicher, sexueller und seelischer Gewalt! Ich habe mehr erwartet.
Dieser Psychothriller ist nichts für schwache Nerven
Ein brutaler Überfall stürzt das Leben von Jazz in einen Abgrund voller Angst und Grauen. Gleichzeitig verschwinden ihre Mutter und Schwester – die Polizei steht vor einem schier unlösbaren Rätsel. Wurde die Familie Zielscheibe eines perversen Serienkillers oder steckt ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit hinter dem schrecklichen Geschehen? Als der Entführer Kontakt zu Jazz aufnimmt, entwickelt sich ein erbarmungsloses Katz- und Mausspiel, dem Jazz nicht entkommen kann …
Nun ja ... unter einem Psychothriller der nichts für schwache Nerven ist, erwarte ich etwas anderes. tatsächlich konnte ich dem Roman nicht viel abgewinnen. Das Buch fängt mit einem „Knaller“ an, danach plätschert es nur so vor sich hin. Mit der Protagonistin bin ich nicht warm geworden und die zahlreichen Leichen hätte es meiner Meinung nach auch nicht unbedingt gebraucht, zumal lange die Intension des "Mörders" im Dunklen blieb und ich das ganze auch nicht ganz nachvollziehen konnte. Erschwerend kam hinzu, dass er Jazz immer wieder unterschätzt und er mit ihrem verhalten Schwierigkeiten hat. Das zeugt wirkt auf mich so, als ob er mit der Situation nicht klar kam und half mir nicht seinen Charakter zu verstehen. Tatsächlich ist die Sichtweise des Täters und auch die Leichen, die seinen Weg pflastern nicht sehr verständlich vorgekommen und das wirkte sich für mich auch auf die Spannung aus. Ein Psychothriller der sich sehr zurückhält, was die Psyche der Hauptpersonen anbelangt. Die Beschreibung und die Todesart der Leichen ist tatsächlich nichts für schwache Nerven, aber das ist nichts, was einen guten Psychothriller ausmacht. Das Ende kommt auch zu schnell und erst dann lernt man mehr über die Hintergründe des Täters ... nachfollziehen kann ich sie jedoch nicht (oder nur teilweise, aber wenn ich mehr dazu sagen würde, wäre das ein Spoiler, den ich mir an dieser Stelle erspare) An sich steckt hinter Spiegelmädchen eine gute Idee, die leider in meinen Augen nicht gut umgesetzt wurde.
Die Triggerwarnung verspricht die explizite Darstellung körperlicher, sexueller und seelischer Gewalt! Ich habe mehr erwartet.
Fans von wirklich harten (und spannenden) Psychothrillern werden in Spiegelmädchen nicht das bekommen, was versprochen wird. Was die Spannung anbelangt kann der Roman nicht überzeugen und eine Protagonistin mit leichtem Asperger Syndrom ist eine nette Idee, aber nicht gut umgesetzt.
Dienstag, 24. Mai 2022
David Seinsche: Die Bestie (Rezension)
In einem Vorort der US-Hauptstadt Washington, D.C. wird eine grausam zugerichtete Leiche entdeckt. Es handelt sich um den 20-jährigen Sohn des berühmten und einflussreichen Senators William P. Fitzroy, der mit zahlreichen Bisswunden übersät ist. Die FBI Special Agents Frank Bernstein und Pete Hancock werden zu dem Fall gerufen und beginnen ihre Ermittlungen. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord nach dem gleichen Muster. Das Opfer, dieses Mal eine junge Frau, die zu den jüngsten Senator:innen in der US-Hauptstadt zählt, wird auf ähnliche Weise zugerichtet. Schon wittert die Presse eine neue Story, und nur mit Mühe gelingt es den beiden Ermittlern, die Wogen flach zu halten. Können sie den Mörder finden, bevor noch eine Leiche auftaucht, oder steckt mehr hinter den Taten, als alle vermuten?
Montag, 23. Mai 2022
Andreas Gruber: Das Eulentor (Rezension)
Im August 1911 segeln Alexander Berger, der Kartograph Hansen und eine Handvoll Norweger ans Ende der Welt. Inmitten zerklüfteter Gletscher und arktischer Temperaturen sterben die Teilnehmer an Erfrierungen, stürzen in Gletscherspalten oder verschwinden unter mysteriösen Umständen im Blizzard. Kurz vor Abbruch der Expedition entdecken die Überlebenden einen mysteriösen Schacht, der senkrecht und scheinbar endlos tief in die Erde führt. Sie wollen dieses Rätsel, das jedem physikalischen Gesetz widerspricht, lösen. Der gefährliche Abstieg in die Dunkelheit beginnt, wo Tod und Wahnsinn lauern …
DAS EULENTOR hat durchaus Potential, und als LOVECRAFT-Fan glaubt man zu wissen was man erwarten kann und in dieser Hinsicht wird man nicht enttäuscht. Ein bisschen habe ich mich an BERGE DES WAHNSINNS erinnert gefühlt. Der Schauplatz bietet genug Möglichkeiten und Andreas Gruber schöpft sie alle aus. Zusätzlich bietet er einige interessante Charaktere und eine dichte Atmosphäre, so dass man sich auf einen spannenden Horrorroman freuen könnte. Nur musste ich leider feststellen, dass mir etwas gefehlt hat, auch wenn ich nicht sagen kann was. Zu wenig Wahnsinn? Vielleicht. Einige Szenen lassen sich sehr viel Zeit im Aufbau und was manchen Autoren zum Aufbau der entsprechenden Atmosphäre dient kann hier nur als langatmig bezeichnet werden, obwohl gerade dieses Buch sehr von der Stimmung leben könnte. DAS EULENTOR ist mein erster Roman von Andreas Gruber und auch wenn mich das Buch nicht vollends überzeugt hat, gefällt mir grundsätzlich der Schreibstil, so dass ich dem Autor noch die eine oder andere Chance geben werde.
DAS EULENTOR hat durchaus Potential, und als LOVECRAFT-Fan glaubt man zu wissen was man erwarten kann und in dieser Hinsicht wird man nicht enttäuscht. Ein bisschen habe ich mich an BERGE DES WAHNSINNS erinnert gefühlt. Der Schauplatz bietet genug Möglichkeiten und Andreas Gruber schöpft sie alle aus. Zusätzlich bietet er einige interessante Charaktere und eine dichte Atmosphäre, so dass man sich auf einen spannenden Horrorroman freuen könnte. Nur musste ich leider feststellen, dass mir etwas gefehlt hat, auch wenn ich nicht sagen kann was. Zu wenig Wahnsinn? Vielleicht. Einige Szenen lassen sich sehr viel Zeit im Aufbau und was manchen Autoren zum Aufbau der entsprechenden Atmosphäre dient kann hier nur als langatmig bezeichnet werden, obwohl gerade dieses Buch sehr von der Stimmung leben könnte. DAS EULENTOR ist mein erster Roman von Andreas Gruber und auch wenn mich das Buch nicht vollends überzeugt hat, gefällt mir grundsätzlich der Schreibstil, so dass ich dem Autor noch die eine oder andere Chance geben werde.
DAS EULENTOR ist ein düsterer Horrorthriller mit kleinen Längen, aber ... noch gut genug um für spannende Unterhaltung zu sorgen.
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