Donnerstag, 12. April 2018

Beate Verena Schmittke: Von nun an ging's (Rezension)

Das Buch taucht ja in letzter Zeit häufiger in diesem Blog auf (hier und hier). Dies wird aber nicht die letzte Erwähnung sein, aber vermutlich die Ausführlichste. Zeitgleich ist dies auch die erste Rezension in diesem Blog (da frühere, wie so viele andere Beiträge) gelöscht wurden.
"Von nun an ging's also als Premiere: Die Rezension eines außergewähnlichen Buches, bzw. die Rezension der Lebensgeschichte einer ungewöhnlichen Person.
Und dann fängt das Dilemma eigentlich schon an. Ich mag das Buch und ich mag Beate, die es geschrieben hat, auch wenn die Momente, in denen wir uns unterhalten haben an den Fingern einer Hand abzuzählen sind (und es dürfen sogar Finger fehlen). Aber wir hatten ein langes Gespräch als Vorbereitung zur kommenden Lesung und ich empfand sie als sehr angenehmen, offenen Gesprächspartner.
Beim Lesen des Buchs hatte ich sie immer vor Augen und in meinem Kopf hörte ich ihre Stimme. Es war mehr ein Hörbuch in meinem Kopf. Eigentlich eine angenehme Art ein Buch zu lesen.
Den Inhalt des Buches musss ich nicht wiedergeben, den findet man bei der Ankündigung zur Lesung (bei der man nicht nur Beate persönlich kennenlernen kann, sondern auch mich, aber das nur nebenbei erwähnt und eigentlich geht es hier ja nicht um die Lesung und eventuell anwesende Personen, sondern "nur" um das Buch).
Beate erzählt ihre Lebensgeschichte auf sehr amüsante, erheiternde und sympathische Weise, trotz aller Schwierigkeiten, die es mit sich bringt, im falschen Körper geboren zu sein. Es war kein leichter Weg und mag eins ehr individueller sein, doch ich denke, dass auch andere, die sich in der selben Situation befinden, durchaus Mut für ihren eigenen weg gehen, selbst wenn man weniger extrovertiert wie Beate ist. Sie hat auf ihrem Weg Hilfe gefunden und Organisationen/Vereine wie der von ihr erwähnte VIVA TS mag als Beispiel für ähnliche Organisationen/Vereine für Transsexuelle dienen.

Mir hat das Lesen viel Spaß gemacht, da es Beate auch schafft selbst ihre schwierigen Phasen mit heiterem Unterton zu erzählen. Vielleicht einer der Pluspunkte des Buchs, um anderen besser helfen zu können, frei nach dem Motto: So schwer es auch ist, geh deinen Weg und du wirst glücklich.
Zumindest hat Beate, wenn auch spät, ihren Weg gefunden und ist nun da, wo sie wohl immer schon hinwollte.

Allerdings hat das Buch auch seine Schwächen, die ich auch nicht verschweigen möchte.
Hin und wieder sind die Sätze sehr lang und der Satzbau etwas umständlich gewählt.
Andererseits wirkt das geschriebene dadurch auch sehr authentisch.

Münchner (LGBT et al) werden einige Lokalitäten und Personen wiedererkennen, Transsexuelle (und Interessierte) werden durch den Lebensweg einer bemerkenswerten Frau Anregungen für ihren eigenen Weg finden. 

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