Montag, 2. August 2010

Rezension: Lügenwahrheit

Lica:Lügenwahrheit
erschienen im Wiesenburg-Verlag
ISBN-13: 978-3940756756
€ 19,80

Als ich zu ersten Mal von diesem Buch hörte, dachte ich, es geht um Mobbing. Und das ist ein Thema, das sich meiner Meinung nach schwer in einen Roman fassen lässt.
Was ich erst später erfuhr: Es geht nicht nur um Mobbing … aber alles der Reihe nach.
Lügenwahrheit erzählt die Geschichte von Johanna Crin, genannt Jo. Jo arbeitet bei einem internationalen Konzern. Da ihr Vertrag ausläuft nimmt sie das Angebot einer hilfsbereiten Kollegin an und erhält eine neue Stelle und einen neuen Vertrag.
Sie ahnt nicht, dass sie nur benutzt wird, um eine andere Kollegin zu profilieren. Bei jeder Gelegenheit wird ihr Schlamperei und Unfähigkeit vorgeworfen, nur lässt sich das Mobbing nicht nachweisen, da ihre neuen Kolleginnen zusammenhalten und Rückendeckung vom charakterschwachen Vorgesetzten bekommen.
Doch Jo gibt nicht so leicht auf und lässt sich nicht unterkriegen.
Hartnäckig setzten ihr die Kolleginnen zu, aber dann ändert sich die Situation … Jos Tage in der Gruppe sind gezählt.
Sie entdeckt Unregelmäßigkeiten in einigen Buchungsvorgängen und versucht in Eigenregie den Übeltäter zu entlarven, bis sie Hilfe von unerwarteter Seite erhält.
Lica ist ein spannender Roman gelungen.
Die Charaktere sind gut beschrieben, manchmal zu gut, denn manche Ticks gehen dem Leser schnell auf die Nerven. Als Beispiel sei hier Rosi Tromper genannt, Kollegin von Jo, mit der nervtötenden Angewohnheit sich zu räuspern, ääärrr, ääärrr. Trotzdem entwickelt man schnell Sympathien und Abneigungen gegen gewisse Personen.
Als größte Schwäche des Romans sehe ich das schnell erkennbare Schwarz-Weiß-Schema und trotz einiger überraschender Wendungen, erahnt man das Ende der Geschichte schnell.
Dennoch ist das Buch zu empfehlen, die Themen Mobbing und Wirtschaftskriminalität werden gut miteinander verbunden und es fällt schwer, das Buch zur Seite zu legen, ehe man das Ende gelesen hat.